Inside: Pirelli
Nebensache Industrie

Zuerst die Kabel, nun die Reifen. Der italienische Mischkonzern Pirelli verabschiedet sich Schritt für Schritt von seinem industriellen Geschäft.

MAILAND. Erst im Sommer 2005 verkaufte er den Bereich der Kabel für Telekommunikation und Stromverteilung für 1,3 Milliarden Euro an einen Fonds der US-Investmentbank Goldman Sachs. Nur das Segment Breitbandkabel blieb im Konzern.

Der Verkauf signalisierte den Bruch mit der industriellen Tradition – die Kabel waren die Keimzelle, aus der der Gummi-Verarbeitungs-Spezialist vor mehr als hundert Jahren hervor ging. Aber auch jüngere Aktivitäten erwischt es. Bereits 2002 hatte Pirelli die aggressiv wachsende Immobilien-Tochter Pirelli Real Estate an die Börse gebracht, sich allerdings die Mehrheit von 52 Prozent gesichert.

Jetzt soll die Reifensparte an die Börse kommen. Da stellt sich die Frage: Wohin will Pirelli? Entwickelt sich der Industriekonzern immer mehr zum reinen Beteiligungs-Verwalter? Auf jeden Fall könnte der Börsengang von rund einem Drittel der Reifensparte – denkbar wären sogar bis zu 49 Prozent – 800 Millionen Euro oder mehr in die Konzern-Kasse spülen.

Das Unternehmen begründet den Schritt damit, eine höhere Bewertung des profitablen Bereichs anzustreben, der unter dem Konzern-Dach nicht genügend zur Geltung komme. Immerhin hat Pirelli ihn in den vergangenen Jahren völlig umgekrempelt und sich in der interessanten Nische der Hochleistungsreifen für Sport- und Luxuswagen gut positioniert. Gemessen an der Profitabilität liegt nur Continental noch vor den Italienern.

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