Inside: Porsche: Ein Optimierungs-Problem

Inside: Porsche
Ein Optimierungs-Problem

Wendelin Wiedeking hat – viel Feind, viel Ehr’ – viele Gegner. In der Porsche-Hauptversammlung dürfte noch einiges an Ehre hinzu gekommen sein.

FRANKFURT. Schließlich konnte es sich der eigensinnige Manager nicht verkneifen, gegen Finanzinvestoren und Analysten zu polemisieren, die glaubten, die Kompetenz für den Umgang mit Geld „gepachtet zu haben“. Anlass war die Schelte der Finanzszene über Porsches Beteiligung an VW. Doch einen wie Wiedeking juckt solche Kritik nicht wirklich. Sie stachelt ihn höchstens an, sie schnellstmöglich mit Fakten zu widerlegen.

Der Porsche-Chef hat eine klare Vorstellung davon, wie sich der Deal entwickeln und welche Rendite er abwerfen soll. Daraus ergibt sich letztlich auch, was er in der Summe kosten darf. Eins steht dabei außer Frage: Porsche wird seine Beteiligung an VW von aktuell 18,5 Prozent erhöhen. Schließlich haben die Stuttgarter eine Option auf weitere 3,5 Prozent.

Wann sie diese ziehen, hängt nicht zuletzt davon ab, wie weit Wiedeking jenen Optimismus teilt, der sich in den Ertragsprognosen der Wolfsburger bis 2008 widerspiegelt. Erwartet er, dass VW in drei Jahren wirklich mehr als fünf Milliarden Euro Nettogewinn ausweist, sollte er möglichst schnell zugreifen. Denn dann ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass die Papiere zu irgend einem späteren Zeitpunkt deutlich billiger zu haben sein werden.

Bei dem 22-Prozent-Anteil stehen zu bleiben, der mit dem Ziehen der Option erreicht wird, macht indessen wenig Sinn. Da Wiedeking fest damit rechnet, dass die EU noch in diesem Jahr das VW-Gesetz mit seiner Begrenzung der Hauptversammlungs-Stimmrechte auf 20 Prozent kippt, muss er sich wappnen. VW wird dann zu einer normalen Aktiengesellschaft mit normalen Regeln. Sinnvoll wäre es daher, zumindest die 25-Prozent-Hürde zu überschreiten, um bei wichtigen Entscheidungen über eine Sperrminorität zu verfügen. Das würde bei der aktuellen Börsenbewertung erneut gut eine Milliarde Euro kosten. Dieses Geld aufzubringen, wäre für Porsche kein Problem.

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