Inside: Roche: Auf der Grippefieber-Kurve

Inside: Roche
Auf der Grippefieber-Kurve

In einem Atemzug mit jedem Schwan, der der Vogelgrippe erliegt, wird die Frage nach Medikamenten gegen die Grippe gestellt. Alle Augen richten sich dann auf Roche, den Schweizer Pharmahersteller, der mit seinem Medikament Tamiflu über eines der wenigen Mittel verfügt, die auch grippekranken Menschen helfen können.

ZÜRICH. Die Schweizer sehen sich dabei einem ungemütlichen Gemisch aus Forderungen (produziert mehr!), Hoffnungen (hilft Tamiflu mir wirklich?) und Neid (Ihr verdient Euch dumm und dusselig!) ausgesetzt. Dass Tamiflu zwar ein Umsatztreiber ist, aber nicht der wichtigste und schon gar nicht derjenige, an dem sich am besten verdienen lässt, rechnete der Vorstand seinen Aktionären gestern in der Roche-Generalversammlung wieder vor.

Der Umsatz mit dem Medikament stieg um 370 Prozent auf knapp 1,6 Milliarden Franken (eine Milliarde Euro). Tamiflu zählt zu den so genannten „Blockbustern“, die die Grenze von einer Milliarde Dollar Umsatz überschreiten. Doch Roche hat noch sechs weitere Bestseller im Programm. So erreicht Tamiflu nicht annähernd die Hälfte des Umsatzes, den der Konzern mit seinem wichtigsten Medikament, dem Blutkrebs-Mittel Mab Thera erzielt. Darüber hinaus dürften die Margen von Tamiflu, das in großen Mengen verkauft wird und von dem Roche fünf Millionen Packungen spendete, relativ gering sein.

Dennoch: Vor allem, weil Tamiflu in aller Munde ist, steht auch Roche im Mittelpunkt. Das Interesse schürt Erwartungen, die höher sind, als es dem Konzern lieb sein kann. Sonst genügt schon ein nur durchschnittlicher Zuwachs in der kleineren Diagnostik-Sparte, um Enttäuschungen auszulösen und den Kurs zu belasten. Oder es kommt eine schlechte Nachricht wie die über eine Studie mit dem Krebsmittel Avastin, bei der vier Patienten einer rund 2300-köpfigen Gruppe an plötzlichem Herztod starben. Während die Studie weiterläuft, weil die erwarteten positiven Folgen überwiegen, strafte die Börse die Roche-Aktie mit einem Verlust von zeitweise fast fünf Prozent ab. Das Grippefieber macht sich offenbar bemerkbar.

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