Inside: Safran
Fisch und Fahrrad

Die Skeptiker sollten einmal mehr Recht behalten. In seiner jetzigen Form ergibt das Geschäftsportfolio des französischen Rüstungs- und Elektronik-Konzerns Safran wenig Sinn. Nun scheint das Unternehmen vor tief gehenden Umstrukturierungen zu stehen.

PARIS. Das merkten viele Beobachter bereits an, als der staatliche Raketen- und Flugzeugmotoren-Herstellers Snecma Ende 2004 mit dem Kommunikationskonzern Sagem zur heutigen Safran fusionierte. Analysten höhnten, dass die beiden Unternehmen so gut zusammen passten wie Fisch und Fahrrad.

Nach den jüngsten Revirements an der Unternehmensspitze scheint Safran nun vor tief greifenden Umwälzungen der Strategie und damit des Portfolios zu stehen. Der Verkauf der Not leidenden Handy-Sparte scheint so gut wie ausgemacht. Womöglich kann Safran-Chef Jean-Paul Béchat sogar durchsetzen, dass der Konzern gleich die gesamte Kommunikationssparte abstößt. Am Ende dieser Aufräum-Arbeiten stünde ein leistungsfähiger Luftfahrt-Zulieferer mit einem Standbein in der Rüstungselektronik.

Ein Rückblick hilft, Safrans Probleme zu verstehen. Ende 2004 fusionierten überraschend die staatliche Snecma und Sagem. Letztere ist vor allem durch ihre Handys und Faxgeräte bekannt. Darüber hinaus ist Sagem aber auch führend in der biometrischen Erkennung und in der Entwicklung von Drohnen oder Zielerfassungssystemen.

Snecma ist eine wichtige Adresse der Luftfahrt-Industrie. Mit Snecma-Triebwerken fliegen der Airbus 320 und 340 sowie der Jagdflieger Rafale. Dank eines Joint Ventures mit General Electric sind die Franzosen auch bei der Boeing 777 mit von der Partie. Darüber hinaus baut Snecma Fahrwerke für Flugzeuge. Die Ergänzung dieser Palette durch einen Elektronik-Anbieter mit dem Schwerpunkt Verteidigungs-Technologie ist ohne Zweifel sinnvoll. Doch der überwiegende Teil von Sagem, so das im globalen Maßstab zu kleine Handy-Geschäft, hat noch nie ins Konzept gepasst.

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