Inside: Sanofi-Aventis
Unter Zeitdruck

Mit der Übernahme von Aventis ist der französische Pharmahersteller Sanofi vor drei Jahren aus der zweiten Liga in die Spitzengruppe der Branche aufgestiegen. Dort freilich teilt er nicht nur Macht und Einfluss mit seinen Konkurrenten, sondern auch die typischen Probleme und Schwächen von "Big Pharma“.

FRANKFURT. Mehrere Patentverluste und ein Mangel an Neuentwicklungen haben inzwischen auch bei Sanofi -Aventis ihre Spuren hinterlassen. Mit einer Umsatzsteigerung von währungsbereinigt nur noch vier Prozent in den ersten neun Monaten gehört die Nummer drei der Branche zur wachsenden Gruppe derer, die mit dem Marktwachstum nicht mehr Schritt halten.

Und manches deutet auf eine längere Durststrecke hin: Dazu gehört nicht nur der Patentverlust bei einigen wichtigen Produkten wie dem Schlafmittel Ambien oder dem Krebsmittel Eloxatin (in Europa). Anders als in der Vergangenheit fällt es dem Sanofi-Management auch zusehends schwerer, das Geschäft mit dem umfangreichen Sortiment an kleineren, älteren und vielfach patentfreien Produkten zu verteidigen. Dieser sogenannte "Tail“ des Sortiments liefert ein Drittel des Umsatzes.

Mehrere Bestseller des Konzerns, darunter der Blutverdünner Plavix, werden Anfang des kommenden Jahrzehnts ihren Patentschutz verlieren. Auf der anderen Seite ist der einstige Hoffnungsträger Acomplia weitgehend gescheitert, nachdem die US-Behörde FDA das Produkt ablehnte und nun in Europa neue Verdachtsmomente auftauchten, dieses Diabetes- und Schlankheitsmedikament könnte zu Depressionen führen.

Adäquaten Ersatz haben die Produktentwickler des Konzerns zumindest für die nähere Zukunft nicht zu bieten. Selbst das Management räumt inzwischen ein, dass man womöglich zu wenig in externe Allianzen, etwa mit Biotechunternehmen, investiert hat. Was die Innovationskraft angeht, hat die Fusion mit Aventis offenbar mehr geschadet als genutzt. Es wiederholt sich im Prinzip das, was man bereits bei Pfizer, Glaxo oder Astra -Zeneca beobachten konnte. Diese Konzerne agierten in den 90er-Jahren gemessen an ihrem F+E-Aufwand äußerst effizient, konnten diese Produktivität aber nicht auf die größeren Strukturen übertragen.

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