Inside: Siemens
Letzte Chance für SBS

Auf dem Planeten Siemens hat die Sorge einen Namen: SBS, die Not leidende, ständig von Verkaufsgerüchten geplagte IT-Service-Einheit des Konzerns. Derzeit läuft der wohl grundlegendste Umbau, den der Bereich je erfahren hat.

MÜNCHEN. Seit Jahren verfehlt die SBS ihr Renditeziel, oder, noch schlimmer, verbrennt sogar Geld. Spätestens Anfang April 2007 aber soll sie eine Umsatzrendite von fünf Prozent erzielen. So will es Konzernchef Klaus Kleinfeld. Und deshalb läuft derzeit der wohl grundlegendste Umbau, den der Bereich je erfahren hat.

Unter der Regie von Bereichschef Christoph Kollatz werden die bisher getrennt arbeitenden Einheiten IT-Lösungen und IT-Outsourcing aufgelöst, um ein komplett neues Geschäftsmodell auf drei Ebenen zu etablieren.

Direkt am Kunden soll die Vertriebs-Einheit Global Sales arbeiten. Sie wird in Regionen aufgeteilt, die jeweils eigene Ertrags-Verantwortung erhalten. In der zweiten Reihe steht die Global Delivery, die aus möglichst standardisierten Bausteinen maßgeschneiderte Lösungen für die Kunden der Global Sales entwickeln soll. Als dritte Ebene folgen die Global Factories, die bauen, was an der Front gebraucht wird.

Diese neue Struktur soll SBS so kundennah und die Organisation so schlank wie möglich machen. Dabei steht der Bereich unter enormem Druck. Denn er muss das defizitäre Geschäft möglichst schnell drehen und sich gleichzeitig völlig neu organisieren. Denn eins ist klar: Eine Gnadenfrist gibt es nicht.

Wie es heißt, gibt es im Zentralvorstand zwei Denkschulen. Die eine, kapitalmarktgetrieben, will den Kostgänger einfach loswerden. Die andere meint, das Geschäft sei bei aller Schwierigkeit sanierungsfähig. Aber Kollatz muss bei SBS ein kleines Wunder vollbringen: Er muss 39 000 Mitarbeiter motivieren, die durch jahrelang vergebliche Sanierungsversuche und mehrtausendfachen Stellenabbau zutiefst verunsichert sind. diese Mannschaft soll sich nicht nur auf ein neues Betriebsmodell, sondern auch auf erhebliche Gehaltseinbußen einstellen. Nach einer konzerninternen Studie liegen die Personalkosten in SBS-Modellprojekten um 27 Prozent über denen der teuersten Wettbewerber. Im Schnitt seien SBS-Leute sieben Prozent teurer als die tarifgebundener Wettbewerber.

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