Inside: Toyota
Grenzen des Wachstums

Beim japanischen Autohersteller Toyota ist bekanntlich nichts unmöglich. Als Beweis für diese Regel kann die aktuelle Entwicklung des Konzerns gelten. Expansionsstopp, Qualitätsmängel, Absatzprobleme – es gibt Makel beim Vorzeigeunternehmen. Die Konkurrenz muss sich vielleicht gerade deshalb vor einer Offensive des Marktriesen fürchten.

DÜSSELDORF. Ist Toyota am Ende vielleicht doch ein ganz normales Unternehmen? Noch vor wenigen Jahren hätten die meisten diese Frage wahrscheinlich noch verneint: Der japanische Autohersteller ist eine Ausnahmeerscheinung, die alle Konkurrenten um Klassen schlägt. Die weltweit höchste Marktkapitalisierung aller Autokonzerne, jedes Jahr neue Rekorde bei Umsatz, Absatz und Gewinn – Toyota schwebt in einer fernen Galaxie. Doch das bislang makellose Image bekommt einen Kratzer nach dem anderen.

Im Toyota-Management mehren sich neuerdings die Stimmen, die vor weiteren Fabriken in den USA warnen. Das kommt fast einem Paradigmenwechsel für den japanischen Automobilkonzern gleich: In den zurückliegenden Dekaden hat Toyota im Schnitt alle drei Jahre ein neues Werk eröffnet. Diese Expansion in den USA ist der entscheidende Faktor dafür, dass Toyota kurz davor steht, General Motors (GM) als weltgrößten Automobilkonzern abzulösen. Die Milliarden, die die Japaner seit bald 20 Jahren in den Vereinigten Staaten verdienen, sind der wahre Grund für den kometenhaften Aufstieg des Unternehmens in die absolute Spitzenklasse der Autobranche.

Doch auch der große US-Markt verträgt nicht mehr jede beliebige Menge an neuen Autos. Die grundsätzliche Marktschwäche erfasst dort inzwischen alle Hersteller, bislang hatten sich die Negativmeldungen ausschließlich auf die „Big Three“ aus Detroit konzentriert. Weil die Absatzzahlen ins Stocken geraten sind, ist auch Toyota nachdenklicher geworden. Weitere US-Werke könnten den Japanern ganz erheblich schaden – sie würden dort bald Ladenhüter produzieren, die niemand mehr braucht.

Toyota hat GM & Co. zwar auch bei der Qualität um Längen geschlagen und so die Herzen vieler US-Kunden für sich gewinnen können. Aber mit ihrer Produktstrategie unterscheiden sich die Japaner doch nicht grundlegend von den großen US-Konkurrenten. Pick-ups, Geländewagen, Minivans – auch Toyota hat überwiegend die großen Modelle im Angebot, die die Kunden in den USA wegen ihres hohen Kraftstoffverbrauchs nicht mehr so uneingeschränkt lieben wie in den vergangenen Jahren. Kleinere, verbrauchsgünstige Autos kann Toyota nicht in den USA produzieren, sondern müsste sie aus Japan und Europa einführen.

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