Inside: Vossloh
Knirschen im Getriebe

Es ist schon so: Generationswechsel an der Spitze von Unternehmen funktionieren keineswegs immer reibungs- und geräuschlos. Der Verkehrstechnik-Hersteller Vossloh gibt dafür ein gutes Beispiel.

DÜSSELDORF. Seit Gerhard Eschenröder vor gut 100 Tagen den Vorstandsvorsitz übernahm, knirscht es bei dem M-Dax-Unternehmen aus dem sauerländischen Werdohl hörbar im Getriebe. Verunsicherte Mitarbeiter, verärgerte Führungskräfte, ratlose Aktionäre, kritische Kunden – wie geht es weiter bei Vossloh? Der Nachfolger von Burkhard Schuchmann kann kaum behaupten, einen guten Start hingelegt zu haben. Ihm zugute halten sollte man freilich, dass er in große Fußstapfen tritt: Schuchmann hatte das einstige Familienunternehmen in fast 20 Jahren von einem Krauter-Dasein in die internationalen Nischenmärkte der Bahntechnik geführt, erfolgreich an die Börse gebracht und zum Umsatzmilliardär gemacht.

Doch offensichtlich ist Eschenröder mit solcher Verve in Gewohnheiten und Kulturen eingebrochen, dass es ihm schwer fällt, die Mannschaften hinter sich zu bringen. Schuchmann hatte Vossloh als „Unternehmer-Unternehmen“ aufgebaut. Mit Erfolg: Die einzelnen Sparten agieren wie Mittelständler weithin selbständig in ihren hoch spezifischen Märkten. Sie kennen die Befindlichkeiten ihrer überwiegend öffentlich-rechtlichen, also politisch gesteuerten Kundschaft, und sie profitieren von langjährig aufgebauten Vertrauensverhältnissen.

Eschenröders kürzliche Ankündigung, das gesamte Konzern-Portfolio komme auf den Prüfstand, ist in den schwierigen Bahntechnikmärkten mit oft langfristig angelegten Lieferzyklen kaum angetan, solches Vertrauen zu festigen. Ganz zu schweigen davon, dass die Sparten-Manager wenig begeistert davon sind, wenn der neue Konzernchef, bar jeder Branchenerfahrung, nun die Fäden in Werdohl straff zieht und ihnen ins Geschäft hineinredet.

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