Inside: Vossloh
Weniger Tempo, bitte

Der Abgang war spektakulär, und er schien das Unternehmen in eine Agonie zu stürzen. Nach fast zwei Jahrzehnten räumte Burkhard Schuchmann Mitte Dezember den Chefsessel bei Vossloh vorzeitig, ohne öffentliche Angabe von Gründen.

DÜSSELDORF. Nach seinem Ausscheiden lag es nahe, an ein jähes Ende der bisherigen stürmischen Wachstumsstrategie bei dem aufstrebenden mittelständischen Verkehrstechnikkonzern zu denken. Denn es war der Vorstandsvorsitzende, der die betuliche Familien-GmbH aus dem sauerländischen Werdohl zur im M-Dax notierten Aktiengesellschaft gemacht hatte und mit ihr in den Nischen des viel versprechenden Bahntechnik-Marktes international expandierte. Schuchmanns Akquisitionsgeschick und nicht zuletzt seinen branchenuntypisch positiven Prognosen verdankt das Unternehmen eine flotte BörsenStory. Kursphantasien beflügelte er kürzlich noch mit der plakativen Ankündigung, den Umsatz über Zukäufe bis 2010 auf drei Milliarden Euro verdreifachen zu wollen.

Wachstum ja, aber nicht unbedingt in solch einem Tempo – so soll es unter dem künftigen Chef weiter vorwärts gehen, erklärte der Interims-Vorstand bereits. Vossloh werde weiterhin nach lohnenden Übernahmen in der Verkehrstechnik Ausschau halten, heißt es zustimmend aus dem Aufsichtsrat. Der kann sich für Akquisitionen sogar eine Kapitalerhöhung vorstellen, wie sie schon Schuchmann propagiert hatte. Ungeduldig wartet das Unternehmen zudem darauf, die Gleisbau-Sparte von Pfleiderer integrieren zu können. Doch das Kartellamt prüft noch bis ins nächste Frühjahr.

Der Schuchmann-Nachfolger hat die Chance, sich in einem wohl bestellten Haus einzurichten, das ab 2007 Rekorderträge anpeilt. Der Kreis der Kandidaten ist dem Vernehmen nach bereits Hand verlesen. Und so will der Aufsichtsrat den neuen Mann ganz schnell im neuen Jahr präsentieren.

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