Inside: Wacker Construction
Börsengang, die zweite

Der erste Versuch der bayrischen Wacker Constructions,an die Börse zu gehen, scheiterte in diesem Jahr. Grund dafür sollen Streitigkeiten zwischen Eigentürmerfamilie und Investor gewesen sein. Mit neuen Perspektiven soll nun schnellstmöglich das Ziel Börsengang doch noch realisiert werden.

MÜNCHEN. Wacker ist in Bayern ein verbreiteter Name. In München gibt es gleich zwei große Firmen die den Namen führen, ohne etwas miteinander gemein zu haben. Das führt öfters zu Verwechslungen, die Post für den einen landet oft bei dem anderen. Wacker Chemie verdient sein Geld mit Silikonen und Halbleitern, Wacker Construction lebt von Baumaschinen. Erstere ist in diesem Jahr erfolgreich an die Börse gegangen, Letztere hat ihr Debüt auf dem Parkett kurzfristig abgeblasen. Doch der Weg zu den Aktionären soll schnellstmöglich nachgeholt werden.

Wacker Construction blickt auf eine lange Tradition zurück. 155 Jahre blieb die Familie unter sich, doch 2003 war der Familienfrieden dahin. Die Familienstämme blockierten sich. Am Ende stieg der Finanzinvestor Lindsay Goldberg & Bessemer (LGB) ein, „um den Gesellschafterkreis zu stabilisieren“.

Unter der Führung des ehemaligen Thyssen-Chefs Dieter Vogel sah LGB die Chance, den erworbenen 31,5-Prozent-Anteil schnell an die Börse zu bringen. Doch aus dem für vergangenen Juli angekündigten Börsengang wurde nichts.

Die offizielle Begründung klingt so: Die Eigentümerfamilie und der seit Dezember 2003 beteiligte Finanzinvestor LGB fanden das Unternehmen mitten im anziehenden Börsenmarkt nicht ausreichend bewertet. Gemeinsam habe man das Unterfangen abgeblasen.

Andere Quellen wollen wissen, dass es zu einer heftigen Auseinandersetzung zwischen der Familie und dem Finanzinvestor gekommen sei, weil Letzterer zu viel Geld beim Börsengang haben wollte. Im November trennte man sich, die Familie kaufte den 31,5-Prozent-Anteil zurück. Die Ansage, den Börsengang ohne den Finanzinvestor nachholen zu wollen, stützt These Nummer zwei.

Wacker Construction ist Spezialist für leichte Baumaschinen. Das sind Fräswerkzeuge, Walzen, Verdichter und Kompressoren – Profigeräte für den Bau. Die vertreibt Wacker weltweit. Mehr als 30 Tochtergesellschaften und 160 Vertriebs- und Servicestationen spannen ein Netz, das von den Vereinigten Staaten über Asien bis nach Neuseeland reicht. Sieben von zehn Baumaschinen gehen in den Export, und der brummt. Der Bauboom in Osteuropa, am persischen Golf und in China füllt die Bücher.

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