Inside: Zumtobel
Durchs Dunkel zum Licht

Es wird Licht in Österreich. Nicht politisch, da herrscht Düsternis, weil sich die Parteien nach der Wahl noch immer nicht zu einer Koalition zusammengefunden haben. Aber unternehmerisch – da tut sich etwas beim Leuchtenhersteller Zumtobel, der im westlichsten Zipfel des Landes sitzt.

WIEN. Das Unternehmen strahlt an der Börse Wien in weihnachtlichem Glanz. Der Kurs liegt seit mehreren Wochen stabil deutlich über 20 Euro – ein Wert, auf den nach dem Börsengang im Mai kaum jemand gewettet hätte. Was ist passiert?

Der Leuchtenhersteller hat eine interessante Geschichte hinter sich. Das Familienunternehmen verhebt sich im Jahr 2000, als es auf dem Höhepunkt des Börsenbooms den um einiges größeren britischen Leuchtenhersteller Thorn viel zu teuer einkauft. Auf der Suche nach Geldgebern stößt Zumtobel auf die US-Finanzinvestorengruppe Kohlberg Kravis Roberts. Die steigt ein und erweist sich als Sanierer, der nicht zerschlagen will, sondern den Hebel an den richtigen Stellen ansetzt.

Zumtobel wird kleiner, konzentriert sich aufs Kerngeschäft und senkt Kosten etwa durch das Schließen eines Werks in Deutschland zu Gunsten einer neuen Fabrik in Rumänien. In diesem Frühjahr war das Unternehmen reif für die Börse, meinte der Finanzinvestor, der irgendwann seiner Profession nachgehen und seinen Einsatz versilbern wollte. Die Rechnung ist aufgegangen. Vergangene Woche hat die Private Equity-Gesellschaft ihre zuletzt noch verbliebene Beteiligung von 5,5 Prozent angesichts des glänzenden Börsenkurses mit Freude verkauft.

Dass der Kurs glänzt, liegt weniger an der wechselvollen Geschichte des Unternehmens, sondern wie stets an einer Wette auf dessen Zukunft. Und die klingt so überzeugend, dass Analysten von Morgan Stanley bis UBS ihr Kursziel erhöht haben. Dazu beigetragen haben gute Zahlen. Der Leuchtenkonzern meldete für das zweite Quartal kräftiges Wachstum. Der Umsatz stieg um sieben Prozent auf 321 Millionen Euro, das operative Ergebnis um zehn Prozent auf 36,3 Millionen Euro. Die Ebit-Marge dürfte zum Geschäftsjahresende bei mehr als neun Prozent landen und sich damit dem langfristigen Ziel von mehr als zehn Prozent nähern. Vor allem die gute Baukonjunktur, die sich allerdings im Winterhalbjahr etwas legen wird, hat dem Beleuchter das Geschäft erleichtert.

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