Insolventer Autobauer
US-Regierung prescht mit GM-Börsengang voran

Aus der Insolvenz an die Börse - und das in weniger als einem Jahr: Der insolvente Autobauer General Motors könnte nach Ansicht der US-Regierung bereits im ersten Halbjahr 2010 an die Wall Street zurückkehren. Washington will seine Anteile an GM schnellstmöglich abgeben. Unterdessen gibt es Neues in Sachen Opel-Verkauf.

HB WASHINGTON. Die Regierung wolle ihre Anteile an GM so schnell wie möglich verkaufen, erklärte der Sonderbeauftragte der US-Regierung für die Autoindustrie, Steven Rattner, am Montag. Zur Finanzierung GMs sagte er, der Konzern habe bereits rund ein Drittel der vom Finanzministerium zugesagten Konkurshilfen erhalten. Die verbleibenden 20 Mrd. Dollar würden noch in diesem Jahr aufgezahlt.

Zuvor hatte ein Gericht die umstrittenen Sanierungspläne der Opel-Mutter genehmigt. Der rund 100 Jahre alte Detroiter Traditionskonzern darf seine Filetstücke demnach wie geplant in ein neues, überwiegend staatliches Unternehmen ausgliedern. Die US-Regierung hat rund 60 Mrd. Dollar bereitgestellt, um die Restrukturierung GMs zu unterstützen, die Hälfte davon zur Finanzierung der Insolvenz. Rund 50 Mrd. Dollar der staatlichen Hilfen werden in Aktien des neuen GM-Konzerns umgewandelt.

Neues gibt es in puncto Opel: Die bisherige Mutter GM zieht laut einem Zeitungsbericht den chinesischen Autobauer BAIC wieder verstärkt als Opel-Käufer in Erwägung. GM stehe einem möglichen Deal mit BAIC aufgeschlossener gegenüber, berichtete das "Wall Street Journal" am Montag unter Berufung auf einen Insider. Das Angebot von BAIC habe ein Volumen von rund 660 Mio. Euro und der chinesische Autobauer wolle mit 2,64 Mrd. Euro weniger staatliche Garantien als der österreichisch-kanadische Zulieferer Magna, hieß es weiter.

Magna ist bisher weiter als andere Bewerber. GM unterzeichnete mit dem Zulieferer eine Absichtserklärung. Magna will das Geschäft bis Mitte Juli unter Dach und Fach bringen. Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) sprach am Wochenende allerdings noch von offenen Fragen. Ein Problem für BAIC wäre, dass das Unternehmen ein Konkurrent für das eigene China-Geschäft von GM ist.

GM hat am 1. Juni Gläubigerschutz angemeldet. Es ist die drittgrößte Insolvenz in der Geschichte der US-Wirtschaft. Nur die "Chapter 11"-Verfahren der US-Bank Lehman Brothers und des Telekommunikationskonzerns Worldcom waren größer.

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