Insolventer Autozulieferer
Delphi schreibt weiter Millionenverlust

Der insolvente US-Autozulieferer Delphi hat die Bilanz für sein Abschlussquartal 2005 vorgelegt. Zwar fuhr das Unternehmen kein Milliardenminus mehr ein, doch von einem guten Abschneiden kann noch lange keine Rede sein.

HB CHICAGO. In seinem vierten Geschäftsquartal verbuchte Delphi einen Netto-Verlust von 828 Mill. Dollar, wie der Konzern am Dienstag in Chicago mitteilte. Alleine 589 Mill. Dollar ergaben sich aus Abschreibungen auf den Firmenwert sowie auf langlebige und immaterielle Güter. Vor einem Jahr hatte Delphi sogar ein Minus von 4,9 Mrd. Dollar verbucht. Für das Gesamtjahr 2005 weist Delphi einen Nettoverlust von 2,4 Mrd. Dollar aus nach 4,8 Mrd. Dollar im Vorjahr.

Der Umsatz im Schlussquartal sank um 0,2 Mrd. auf 6,8 Mrd. Dollar. Dabei hätten die gesunkenen Aufträge der ehemaligen Muttergesellschaft General Motors, die selbst in einer Krise steckt, die Zuwächse bei anderen Kunden mehr als aufgefressen. Der Umsatz mit anderen Kunden steigerte sich von 3,4 auf 3,7 Mrd. Dollar. Die erheblich gesenkte Automobilfertigung von GM in Nordamerika und der damit verbundene Preisdruck stelle Delphi vor erhebliche Probleme, heißt es in der Bilanz.

Delphi präsentiert die Zwischenbilanz mit mehreren Monaten Verspätung, weil tarifliche Fragen ungeklärt waren. Eigentlich sollte schon im März Bilanzvorlage sein. Das Unternehmen hatte im Oktober vergangenen Jahres den größten Konkurs in der Geschichte der US-Automobilindustrie angemeldet und arbeitet seitdem unter Gläubigerschutz.

Delphi sucht derzeit besonders nach einer Lösung für seine horrenden Pensionsbelastungen und hohen Arbeitskosten. Die Tarifverträge für die 33 000 Arbeiter sollen neu verhandelt werden. Bei Gericht hat das Unternehmen bereits beantragt, den alten Tarif entsprechend den Regeln des US-Insolvenzrechtes aufzuheben. Das zuständige Gericht hat die Anhörung in dem Fall auf den 11. August vertagt, um den Tarifparteien Zeit für eine außergerichtliche Einigung zu geben. 12 600 Mitarbeiter haben unterdessen Angebote zum Ausstieg bei Delphi angenommen.

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