Insolventer Modekonzern
Escada soll schnell unter die Haube

Der insolvente Damenmodekonzern Escada soll möglichst schnell an einen neuen Investor gehen. Insolvenzverwalter Christian Gerloff hat am Dienstag die Unternehmensberatung KPMG damit beauftragt, einen Käufer zu finden. Mehrere Interessenten prüfen ein Gebot, doch erst einer ist an die Öffentlichkeit gegangen.

MÜNCHEN/DÜSSELDORF. "Sowohl der Vorstand der Escada AG als auch ich haben eine Reihe von interessierten Anfragen potenzieller Investoren erhalten", sagte Gerloff in München.

Finanzkreisen zufolge sind mehr als ein Dutzend Investoren aus dem In- und Ausland an dem Luxuslabel interessiert. Unter den Kandidaten seien sowohl Finanz- als auch strategische Investoren. Gerloff will möglichst bis Anfang November einen Käufer präsentieren, hieß es weiter. Der sensiblen Modemarke soll eine lange Hängepartie erspart bleiben. "Glitzer und Insolvenz verträgt sich nicht", sagte ein Beteiligter.

Die erste Phase nach dem Insolvenzantrag sei gut überstanden, hieß es aus Finanzkreisen. Das Unternehmen sei bis in den Dezember 2009 finanziert, ein Arbeitsplatzabbau zunächst nicht geplant. "Die Mitarbeiter bleiben vorerst an Bord", hieß es. Escada beschäftigt in Deutschland 500 Menschen, weltweit arbeiten 2 300 Mitarbeiter für den Konzern.

Das Geschäft laufe trotz der Insolvenz zufriedenstellend, es gebe keine größeren Stornierungen von Lieferanten oder Großkunden, hieß es am Dienstag. Alles deute auf eine erfolgreiche Sanierung hin. Dennoch bereiten sich alle Beteiligten darauf vor, dass Escada nach Ablauf der vorläufigen Insolvenz am 1. November einen förmlichen Insolvenzantrag stellen muss. Offen ist, ob ein möglicher Investor über einen Asset Deal oder über die Planinsolvenz einsteigt. Bei einem Asset Deal würden sämtliche Unternehmensteile aus der Escada AG herausgekauft und auf eine neue Gesellschaft übertragen. Bei einer Planinsolvenz müsste der neue Investor eine Kapitalerhöhung mittragen. Welches Verfahren gewählt wird, bestimmen Investor, Gläubigerausschuss und Insolvenzverwalter.

Als einziger Käufer ist bislang der Münchener Rechtsanwalt Nickolaus Becker an die Öffentlichkeit gegangen, der die Lizenzrechte kaufen will. Offen ist, ob Becker Escada als Ganzes erhalten oder nur Teile übernehmen will. Für Insolvenzverwalter Gerloff wäre das keine Option: Er will Escada insgesamt erhalten.

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