Insolventer Zulieferer
Feilschen um Zulieferer TMD Friction

Der insolvente Autozulieferer TMD Friction zieht gleich mehrere Interessenten an. Man führe Gespräche mit strategischen Partnern und Finanzinvestoren. Eine Entscheidung soll in den kommenden Wochen fallen.

MÜNCHEN. „Wir verhandeln derzeit intensiv mit mehreren potenziellen Partnern“, sagte ein Sprecher des vorläufigen Insolvenzverwalters Frank Kebekus. .

TMD Friction liefert Bremsbeläge für fast alle Autohersteller. Haupteigentümer ist eine Gruppe von Hedgefonds. Das Unternehmen beschäftigt weltweit 4 500 Menschen, 2 000 davon in Deutschland. Neben dem Hauptwerk in Leverkusen fertigt TMD in Essen, Hamm und Coswig. Der Umsatz betrug 2007 rund 690 Mio. Euro, über Erfolgszahlen liegen keine Angaben vor.

Im Zuge der Finanz- und Absatzkrise in der Automobilindustrie rutschte das Unternehmen im November vergangenen Jahres in die Insolvenz. Seitdem nimmt Kebekus TMD Friction unter die Lupe, jetzt beginnt der Verkaufsprozess.

„Eine Entscheidung darüber, wer TMD tatsächlich übernimmt, ist noch nicht gefallen“, erklärte Kebekus und TMD-Friction-Chef Derek Whitworth in einem Mitarbeiterbrief. Der Insolvenzverwalter dementiert damit einen Bericht des „Manager Magazins“, nach dem der US-Konzern Federal Mogul in den kommenden Tagen den Zuschlag erhalten solle und der Abbau von 1000 Arbeitsplätzen bevorstünde. „Unser Ziel in den Verhandlungen ist es unter anderem weiterhin, so viele Arbeitsplätze wie möglich zu sichern“, sagten Kebekus und Whitworth.

TMD Friction ist der erste große Autozulieferer, der wegen der aktuellen Finanzmarkt- und Absatzkrise im vergangenen Jahr in die Pleite rutschte. Andere prominente Vertreter der Branche wie der Remscheider Cabrio-Spezialist Edscha folgten, Continental und Schaeffler liebäugeln mit Staatsbürgschaften, um zu überleben.

Experten rechnen mit einer weitere Pleitewelle im Laufe des Jahres. Einerseits brechen den Unternehmen die Finanzierungen weg, andererseits kappen derzeit alle Autohersteller radikal ihre Produktion.

Die großen deutschen Autohersteller fürchten nun, dass viele Zulieferer die Krise nicht durchstehen und es zu Engpässen in der Produktion kommen könnte. Ein gemeinsamer Hilfsfonds für gefährdete Zulieferer unter dem Dach des Branchenverbandes VDA wurde jedoch verworfen. TMD Friction hofft, es nach der Insolvenz alleine zu schaffen. Immerhin lebt das Unternehmen zu fast 70 Prozent vom Geschäft mit Ersatzteilen. Kurzarbeit sei daher nicht notwendig, heißt es.

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