Insolvenz abwenden
Amerikaner will Zapf von Schuldenlast befreien

Der Chef des US-Großaktionärs von Zapf will den angeschlagenen deutschen Puppenhersteller vor der Insolvenz bewahren. Dazu plant der Amerikaner, die Schulden des Unternehmens zumindest zeitweise zu übernehmen. Die Aktion ist allerdings nicht ganz uneigennützig.

HB MÜNCHEN. MGA-Chef Isaac Larian sei bereit, den Gläubigerbanken Verbindlichkeiten von Zapf abzukaufen, teilte der deutsche Spielwarenproduzen am Sonntag mit. Allerdings will Larian Kreisen zufolge dafür nicht die volle Kreditsumme zahlen. Trotz dieser Einschränkung schoss die Aktie des Puppenherstellers am Montagmorgen in der Spitze um fast 8 Prozent hoch, nachdem sie Mitte vergangener Woche 11 Prozent verloren hatte. Damals war bekannt geworden, dass die Finanzierung wackelt. Seit Jahresbeginn hat sich der Kurs des schwer angeschlagenen Spielwarenproduzenten halbiert.

Die Kreditinstitute wollen ein Rahmendarlehen über 90 Mill. Euro trotz langwieriger Verhandlungen mit der Zapf-Spitze bisher nicht verlängern. Das fränkische Unternehmen hat allerdings nur etwa die Hälfte der Summe in Anspruch genommen. In Finanzkreisen hieß es am Montag, Larian habe den Geldhäusern das Angebot gemacht, ein Kreditvolumen von 45 bis 50 Mill. Euro gegen einen Abschlag zu übernehmen. Ein Zapf-Sprecher sagte, parallel dazu führe die Unternehmensspitze weiter Gespräche mit den bisherigen Gläubigern.

Nach der Übernahme der Schulden will Larian mit Banken, die mit MGA zusammenarbeiten, eine neue Kreditfinanzierung auf die Beine stellen. Um ein Insolvenzverfahren abzuwenden, müsse eine Lösung kurzfristig gefunden werden, teilte Zapf mit. Der US-Spielwarenkonzern besitzt rund ein Fünftel der Zapf-Anteile. Mit MGA arbeitet Zapf auch eng zusammen. Die Amerikaner hatten die Übernahme des deutschen Unternehmens durch den japanischen Konkurrenten Bandai verhindert.

Die Gespräche zwischen den Banken und den Zapf-Aktionären über die Refinanzierung des 90-Millionen-Euro-Kredits waren vor kurzem unterbrochen worden. Wichtige Aktionäre hatten nach Angaben von Zapf erklärt, sie seien nicht zur Beteiligung an einer Kapitalerhöhung bereit, so lange das Konsortium keine besseren Kreditkonditionen biete. Die Verhandlungen laufen seit Monaten. Das fränkische Unternehmen hatte signalisiert, der US-Großaktionär MGA und andere Anteilseigner seien bereit, neue Aktien zu zeichnen. Im Mai hatten die alten Gläubiger Zapf schon einmal Aufschub gewährt und den eigentlich Ende April fälligen Konsortialkredit über 90 Mill. Euro um zwei Monate verlängert.

Zapf war in die Krise geraten, weil sich seine Funktionspuppen, die weinen oder gebadet werden können, in Deutschland und den USA nur schwer verkauften. 2006 sank der Umsatz um 4 Prozent auf 116 Mill. Euro, der Verlust halbierte sich auf 11 Mill. Euro. Mehrmals wurde der Vorstand ausgetauscht.

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