Insolvenz
Auffanggesellschaft soll Rosenthal retten

Der Porzellanhersteller Rosenthal steckt zwar derzeit in der Klemme, musste sich sogar für zahlungsunfähig erklären. Doch offenbar stehen Interessenten Schlange. Zunächst soll zur Rettung eine Auffanggesellschaft gegründet werden.

HB BERLIN. "Ich gehe davon aus, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit das Insolvenzverfahren eröffnet wird und dann die Gründung einer Auffanggesellschaft erfolgt", sagte der vorläufige Insolvenzverwalter Volker Böhm der Tageszeitung "Die Welt" zufolge. Die Gesellschaft soll den Geschäftsbetrieb unbelastet von den bestehenden Altverbindlichkeiten in Höhe von rund 60 bis 70 Millionen Euro fortführen.

Böhm nannte als frühesten Termin für die Insolvenzeröffnung den 1. März. Rosenthal steht unter Zeitdruck, da das Insolvenzausfallgeld für die Mitarbeiter nur bis maximal Ende März läuft. Der traditionsreiche Porzellanhersteller aus dem fränkischen Selb hatte am 9. Januar beim Amtsgericht Hof Gläubigerschutz beantragt.

"Die Verhandlungen mit einem Investor für Rosenthal laufen auf Hochtouren. Es ist gut möglich, dass kurzfristig ein konkretes Angebot vorgelegt wird", wurde Böhm weiter zitiert. Dem Vernehmen nach verhandele Rosenthal mit dem italienischen Edelstahl- und Kochtopfhersteller Sambonet Paderno. In der vergangenen Woche hätten parallel dazu "Gespräche mit fünf bis zehn weiteren Interessenten" begonnen. Einer Investorengruppe um Patrick Graf von Faber-Castell, die zuletzt die Berliner Grunewald-Klinik gekauft hatte, habe er inzwischen einen Gesprächstermin vorgeschlagen. Den Investitionsbedarf für den angeschlagenen Porzellanproduzenten, der auf eine 130-jährige Firmengeschichte zurückblickt, bezifferte Böhm auf einen "zweistelligen Millionenbetrag". Gerade die Vertriebsstrukturen im Ausland müssten ausgebaut und gestärkt, aber auch in Deutschland müsste kräftig in die Rosenthal-Studio-Häuser investiert werden. Sollte ein Verkauf scheitern, richtet sich der Insolvenzverwalter dem Bericht zufolge darauf ein, dass seine Mannschaft das Unternehmen saniert und fortführt. Böhm bestätigte, dass Rosenthal in "laufendem Kontakt" mit der bayerischen Landesregierung und dem Bund über Staatshilfen sei.

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