Insolvenz: Druckereikonzern Schlott wird zerschlagen

Insolvenz
Druckereikonzern Schlott wird zerschlagen

Europas zweitgrößter Druckereikonzern Schlott ist Geschichte. Das insolvente Unternehmen wird zerschlagen; Käufer greifen nach den Filet-Stücken. Noch im Frühjahr soll der Verkauf abgeschlossen sein.
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FrankfurtDer zweitgrößte europäische Druckereikonzern Schlott wird die Insolvenz als eigenständiges Unternehmen nicht überleben. Insolvenzverwalter Siegfried Beck werde das Unternehmen mit 1500 Mitarbeitern aus Freudenstadt im Schwarzwald "im Wege der übertragenden
Sanierung" verkaufen, teilte Schlott am Freitag mit. Das heißt, dass Beck die einzelnen Unternehmensteile zum Kauf anbietet und von der Schlott Gruppe AG am Ende nur eine leere Hülle bleibt.

Die Schlott-Aktionäre gehen damit ebenfalls leer aus. Die Aktie fiel am Freitag um 40 Prozent auf 58 Cent. Branchenbeobachter rechnen damit, dass sich potenzielle Käufer nur für einzelne Teile von Schlott interessieren werden.

Der Verkaufsprozess soll noch im Frühjahr abgeschlossen sein, Beck hatte von regem Interesse von Investoren berichtet. "Wir sind mit dem Prozess zufrieden", sagte ein Sprecher von Beck.

Schlott produziert derzeit mit Hilfe eines Massekredits weiter. Das Insolvenzverfahren soll voraussichtlich im April eröffnet werden.

Die Gruppe hatte Mitte Januar Insolvenz angemeldet, nachdem Gläubiger den Geldhahn zugedreht hatten und sich kein Investor fand. Schlott war aus mehreren Zeitschriften- und Katalogdruckern unter anderem in Freudenstadt, Nürnberg, Hamburg und Landau in der Pfalz entstanden. Größer ist in Europa nur Prinovis - eine Gemeinschaftsfirma von Bertelsmann, Axel und Gruner + Jahr.

In der Druckbranche tobt seit Jahren wegen Überkapazitäten ein harter Preiskampf, zum Teil schrumpfen mit der steigenden Internet-Nutzung auch die Auflagen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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