Insolvenz erwogen
Delphi tief in der Verlustzone

Der angeschlagene US-Autozulieferer Delphi hat angesichts eines hohen Quartalsverlusts vor der Gefahr einer Insolvenz gewarnt. Auch der nach Delphi zweitgrößte US-Autozulieferer Visteon hat im zweiten Quartal 2005 massive Verluste verbucht.

HB TROY. Das Unternehmen erwägt unter anderem ein Insolvenzverfahren, falls es sich bei den laufenden Restrukturierungsdiskussionen mit den Gewerkschaften und General Motors nicht einigen könne. Das Unternehmen habe im Ausland Wachstum und Gewinne verbucht, doch müsse es sofort die Altlasten-Probleme in den USA anpacken, erklärte Konzernchef Robert S. Miller am Montag.

Delphi, die 1999 verselbstständigte Autoteile-Sparte von General Motors, muss die hohen US-Lohn-, Pensions- und Krankenversicherungskosten sowie die rückläufige Autoproduktion in Nordamerika verkraften. Das Unternehmen erwartet von den Gewerkschaften Tarifkonzessionen und von General Motors finanzielle Hilfe.

Falls die Verhandlungen nicht zur Umsetzung eines Plans führen sollten, der die Altlastenverpflichtungen löst, werde Delphi andere strategische Alternativen in Erwägung ziehen. Dazu gehört auch ein Insolvenzverfahren für die US-Operationen im Rahmen des Kapitel Elf des US-Insolvenzrechts. Damit solle der Wert der Gesellschaft erhalten und die Umstrukturierung durchgezogen werden. Ein solches Insolvenzverfahren ermöglicht nach US-Recht die Weiterführung der Geschäfte und Sanierungsbemühungen unter Aufsicht eines Insolvenzrichters.

Delphi verbuchte im zweiten Quartal einen Verlust von 338 Mill. Dollar (275 Mio Euro) oder 60 Cent je Aktie nach einem Gewinn von 143 Mill. Dollar oder 25 Cent je Aktie im Vorjahreszeitraum. Es fielen Restrukturierungskosten von 49 Mill. Dollar an. Der Quartalsumsatz schrumpfte auf sieben (Vorjahr: 7,5) Mrd. Dollar. Dabei fiel der Delphi-Umsatz mit General Motors um 18 %, während Delphi seinen Umsatz mit anderen Autoherstellern um sechs Prozent auf 3,6 Mrd. Dollar erhöhte.

Delphi baute im zweiten Quartal 2100 Stellen ab, womit seit Jahresbeginn 3600 Stellen gestrichen wurden. Die Gesellschaft hatte sich im Dezember das Ziel gesetzt, insgesamt 8500 der weltweit 185 000 Stellen wegfallen zu lassen.

Visteon wies für den April-Juni-Abschnitt wegen hoher Wertberichtigungen von insgesamt 1,1 Mrd. Dollar im Zusammenhang mit der geplanten Übertragung von 24 nordamerikanischen Autoteile-Fabriken an Ford sowie Sonderabschreibungen in Europa einen Verlust von 1,2 Mrd. Dollar (976 Mio Euro) Dollar aus. Der Verlust je Aktie betrug 9,49 Dollar. Dies teilte Visteon, die im Jahr 2000 verselbstständigte Autoteile-Sparte von Ford, ebenfalls am Montag mit. Die Wertberichtigungen in Nordamerika betrugen 900 Mill. Dollar und in Europa rund 250 Mill. Dollar. Das Unternehmen gab keine Vergleichszahlen für das zweite Quartal 2004 bekannt. Visteon führt zur Zeit eine Bilanzuntersuchung im Zusammenhang mit seinen nordamerikanischen Einkaufsaktivitäten durch. Deshalb könnten sich die Ergebnisse noch ändern.

Der Visteon-Quartalsumsatz wurde mit fünf Mrd. Dollar angegeben. Dabei fiel der Umsatz mit Ford um mehr als sieben Prozent auf 3,2 Mrd. Dollar. Visteon machte hierfür das niedrigere Produktionsniveau in Nordamerika und Europa verantwortlich. Dagegen stieg der Visteon-Umsatz mit anderen Autofirmen gegenüber dem zweiten Quartal 2004 um 29 % auf 1,8 Mrd. Dollar.

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