Insolvenz
Hochdruck bei Suche nach Märklin-Käufer

Die Suche nach möglichen Käufern für den insolventen Modellbahnhersteller Märklin läuft auf Hochtouren. Dabei seien Mittelständler mit Herzblut gefragt. Der vorläufige Insolvenzverwalter hat als erstes alle Berater vor die Tür gesetzt.

HB GÖTTINGEN. Für den insolventen Modellbahnhersteller Märklin sucht der vorläufige Insolvenzverwalter nun nach einem möglichen Käufer. "Das ist etwas, was sehr schnell angeschoben wird. Das ist das Essenzielle", sagte eine Sprecherin von Michael Pluta am Freitag. Es bestehe Hoffnung, dass bereits vor der Eröffnung des Insolvenzverfahrens ein Käufer gefunden werde, fügte sie hinzu.

"Das wird aber nicht über Nacht entschieden." Die Verhandlungen würden länger dauern. Spätestens zum 1. April muss das Insolvenzverfahren eröffnet werden, denn Insolvenzgeld wird maximal drei Monate gezahlt.

Nach Angaben von Plutas Stellvertreter, Fritz Zanker, hätten sich bereits Interessenten aus Norddeutschland und Frankfurt gemeldet. Die Insolvenzverwalter seien auf der Suche nach einem Mittelständler mit Herzblut, sagte die Sprecherin. Daran habe es dem bisherigen Eigentümer, dem Finanzinvestor Kingsbridge gefehlt, sagte Pluta bereits am Donnerstag bei der Spielwarenmesse in Nürnberg. Ziel sei, einen Investor zu finden, der möglichst viele Arbeitsplätze dauerhaft erhalten und die traditionsreiche Firma "wieder zur vollen Blüte bringen" wolle.

Derzeit verschafft sich Pluta einen Überblick über das Unternehmen. Als erste Maßnahme setzte er alle Berater vor die Tür. Schon damit spare Märklin einen knapp zweistelligen Millionenbetrag im Jahr, das sei fast die Hälfte des Jahresverlustes. In den vergangenen drei Jahren hatte Märklin nach Plutas Angaben für Berater mehr als 40 Millionen Euro ausgegeben. Nach Zeitungsangaben soll Märklin allein im vergangenen Geschäftsjahr rund 20 Millionen Euro Verlust gemacht haben. Pluta wollte dies nicht kommentieren.

Das Traditionsunternehmen hatte am Mittwoch Insolvenz angemeldet. Märklin beschäftigt nach eigenen Angaben insgesamt 1 300 Mitarbeiter, in Deutschland sind es rund 650 in Göppingen und etwa 60 in Nürnberg. Derzeit sind nur die deutschen Standorte von der Insolvenz betroffen.

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