Insolvenz-Spezialist
Treuhänder für Merckle-Holding in Sicht

Die Neuordnung der Merckle-Gruppe ist personell offenbar einen Schritt vorangekommen. Das Familienunternehmen und seine Gläubigerbanken haben den Kölner Insolvenz-Spezialisten Klaus Hubert Görg zum Treuhänder berufen. Sollte Görg ernannt werden, wird er vor allem den Verkauf des Pharmaherstellers Ratiopharm koordinieren.

FRANKFURT. Das Familienunternehmen und seine Gläubigerbanken haben sich nach Handelsblatt-Informationen auf den Insolvenzspezialisten Klaus Hubert Görg als Treuhänder für den geplanten Verkauf von Unternehmen und Beteiligungen verständigt. Man verhandele, ein Vertrag sei aber noch nicht unterzeichnet, hieß es aus unternehmensnahen Kreisen.

Der Kölner Rechtsanwalt soll die Veräußerung des Pharmaherstellers Ratiopharm sowie den Verkauf von Anteilen an Heidelberg Cement betreuen. Für einen möglichen Verkauf des Pharmahändlers Phoenix soll ein weiterer Treuhänder bestellt werden. Görg und die Merckle-Holding VEM wollten sich dazu gestern nicht äußern.

Der 68-jährige Görg gilt in der Branche als eine Art "graue Eminenz", auch wenn er bei Megainsolvenzen wie Babcock und Holzmann nicht an der Spitze stand. Unter anderem wirkte er bei der Abwicklung der Kirch-Media-Gruppe und beim Verkauf des Flugzeugbauers Grob mit. Jüngst wurde seine Kanzlei als Insolvenzverwalter beim Autozulieferer Edscha eingesetzt.

Nach Einschätzung von Fachleuten dürften mit der Berufung eines Treuhänders die Chancen wachsen, dass die Sanierung des Familienkonzerns wie geplant durchgezogen werden kann. Die hochverschuldete Merckle-Gruppe, deren Seniorchef Adolf Merckle sich Anfang des Jahres das Leben nahm, war im vergangenen Herbst durch starke Wertverluste bei ihrem Heidelcement-Engagement in Liquiditätsnöte geraten. Um sich einen Überbrückungskredit zu sichern, musste sie den Verkauf ihrer wichtigsten Beteiligungen und Tochterfirmen zusagen. Dieser Prozess wiederum soll nach der Vereinbarung zwischen Banken und VEM durch einen Treuhänder erfolgen. Mehrere Kandidaten für diese Rolle waren in den vergangenen Wochen allerdings entweder von den Banken oder von der Merckle-Familie abgelehnt worden. Die Holdingfirmen der Merckle-Gruppe sind zusammen mit etwa fünf Mrd. Euro verschuldet und sollen diese Verbindlichkeiten auf Druck der Banken durch Asset-Verkäufe möglichst komplett zurückführen.

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