Insolvenz vorerst abgewendet A-Tec braucht Investor

Der Konkurs des Wiener Industrieimperiums A-Tec ist vorerst abgewendet. Die Holding braucht allerdings einen Investor zum Überleben. Der Retter muss bis zum 30. Juni feststehen. Der Geldbedarf könnten bei rund 250 Millionen Euro liegen.
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HB WIEN. Das Wiener Industrieimperium A-Tec hat Zeit gewonnen und eine möglöiche Pleite vorerst abgewendet. Der Mischkonzern muss jedoch bis Mitte 2011 einen neuen Investor finden, um dauerhaft überleben zu können. "Man hat sich Zeit gekauft, um einen Investor zu finden", sagte Geschäftsführer Georg Kantner vom Gläuberschutzverband KSV am Mittwoch. "Aber das ist eine reelle Chance auf die Sanierung der A-Tec". An der Wiener Börse schoss die A-Tec Aktie um 47 Prozent auf 3,12 Euro nach oben.

Der Mischkonzern des Industriellen Mirko Kovats steht seit Monaten am Abgrund. Nach hohen Verlusten der Kraftwerkstochter Austrian Energy & Environment (AE&E) mit Projekten in Australien schockte A-Tec den Markt Mitte Oktober mit dem Start eines so gennanten Sanierungsverfahrens, in dessen Rahmen Kovats einen Ausgleich mit Banken und den übrigen Gläubigern finden wollte. Er bot zunächst an, 30 Prozent der Gesamtschulden von rund 750 Millionen Euro zu begleichen. Den Geldgebern war das zu wenig.

Nach wochenlangem Ringen um den Sanierungsplan stimmte am Mittwoch nun eine große Mehrheit der Gläubiger einer Erstattungs-Quote von 47 Prozent zu, wie A-Tec mitteilte. Bis Anfang Oktober 2011 soll der von Wien aus gesteuerte Konzern diese Schulden bedienen. Dafür wird er laut KSV-Geschäftsführer Kantner Geld brauchen, das wohl nur ein neuer Großaktionär einbringen könne. Kanter schätzt den Kapitalbedarf auf rund 250 Millionen Euro. Scheitere die Suche nach einem Investor, dürfte an einem Konkurs kein Weg vorbeiführen, sagte er.

A-Tec ist vielen Branchen engagiert. Als ertragsstarke Unternehmen gelten vor allem die Kupferhütte Montanwerke Brixlegg und der Maschinenbauer Emco. Die Sparte ATB, die Elektromotoren baut, schreibt dagegen Verluste. Verantwortlich für die Schieflage war das Flaggschiff der Gruppe, AE&E, das auf den Bau von Kraftwerken spezialisiert ist. AE&A steuerte bis zuletzt rund 60 Prozent des Gesamtumsatzes bei - und verlässliche Gewinne.

Dann setzte die Gruppe 120 Millionen Euro mit Projekten in Australien in den Sand und löste dadurch das Sanierungsverfahren - eine Art Insolvenzverfahren - der Holding aus. Teile der AE&E sind bereits verkauft worden, AE&E-Töchter in einigen Ländern haben Insolvenz angemeldet.

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