Insolvenzanträge zurückgenommen
Berater übernimmt Vorstand bei Schieder

Ein neuer Vorstand soll den Schieder wieder auf Kurs bringen. Dabei setzt der angeschlagene Möbelhersteller, der im April nur knapp an einer Insolvenz vorbeigeschlittert ist, auf einen Berater aus einem Beratungsunternehmen, dem sich der Mittelständler anvertraut hat.

DETMOLD. Als Nachfolger von Franz-Josef Golüke, der sein Amt als operativer Geschäftsführer des größten europäischen Möbelherstellers schon am 30. April aus gesundheitlichen Gründen niedergelegt hatte, soll Ulrich Wlecke als Restrukturierungsvorstand die Neuausrichtung des Konzerns umsetzen. Dies teilte das Unternehmen gestern am Firmensitz im ostwestfälischen Schieder-Schwalenberg mit.

Bei der finanziell angeschlagenen Schieder Gruppe läuft die Produktion nach eigenen Angaben wieder normal, nachdem jetzt ein Restrukturierungsvorstand bestimmt wurde.

Wlecke kommt von der Unternehmensgruppe Alix Partners, die Schieder bei der Sanierung berät. Der neue Schieder-Vorstand besteht aus fünf Mitgliedern, der auch der bisherige Finanzvorstand Gert-Peter Maekelburger angehört. Unternehmensgründer Rolf Demuth hat sich wieder aus der Geschäftsführung zurückgezogen und begleitet die Neuausrichtung der Schieder Gruppe derzeit noch als Mehrheitsgesellschafter. Finanzkreise rechnen jedoch mit einem baldigen „Debt-Equity-Swap“, das heißt, ein Teil der Gläubigerbanken würde dann seine Kredite in Gesellschaftsanteile umtauschen. Dem Banken-Konsortium unter Führung der Investmentbank Goldman Sachs gehört auch die Deutsche Bank an. Es geht um Kredite von insgesamt etwa 325 Mill. Euro.

Wegen einer fehlenden Zwischenfinanzierung war das Unternehmen nur ganz knapp an einer Insolvenz vorbeigeschlittert. Nach einem Verhandlungsmarathon mit den kreditgebenden Banken konnte erst kurz vor Ablauf der vom Detmolder Insolvenzgericht gesetzten Frist vor drei Wochen eine Einigung erzielt werden. Inzwischen sind nach Auskunft eines Schieder-Sprechers die seinerzeit vorsorglich gestellten Insolvenzanträge für die Schieder Holding sowie alle Untergliederungen wieder zurückgenommen worden. Auch der vom Insolvenzgericht bestellte Gutachter habe seine Tätigkeit eingestellt.

Nächste Aufgabe des neuen Vorstands ist die Erstellung eines Restrukturierungsgutachtens, mit dessen Vorlage bis Ende Juni gerechnet wird.

Dann wird auch klar, ob Unternehmensteile geschlossen werden müssen und wie viele der rund 10 000 Arbeitsplätze im In- und Ausland davon betroffen sein könnten. In Deutschland beschäftigt Schieder noch knapp 1000 Mitarbeiter, die Mehrzahl der Beschäftigte arbeitet in den polnischen Werken des Konzerns.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%