Insolvenzgefahr: Pfleiderer legt Rettungsplan vor

Insolvenzgefahr
Pfleiderer legt Rettungsplan vor

Der existenzbedrohte Bau- und Möbel-Zulieferer Pfleiderer wirbt mit einem umfangreichen Umbauplan bei den Banken für seine Rettung.
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NeumarktDer Pfleiderer-Vorstand hat ein Rettungskonzept vorgestellt. Details zu den Plänen wollte er aber nicht bekanntgeben. Endgültige Entscheidungen gebe es nicht, über das Konzept werde nun verhandelt.

Nach Informationen aus Finanzkreisen bittet der hochverschuldete Konzern die Banken unter anderem um einen teilweisen Schuldenerlass in bisher unbekannter Höhe. Dazu könne Pfleiderer bereit sein, sein Amerika-Geschäft zu verkaufen, um rasch an Geld zu kommen. Pfleiderer hatte seine dramatischen Verluste vor allem mit wirtschaftlichen Problemen in Nordamerika begründet.

Der Konzern und die Banken haben sich eine Frist bis Ende März gesetzt, um zu einer Lösung zu kommen. Abhängig vom Verlauf der Gespräche sei es aber denkbar, diesen Zeitraum auch zu verlängern, hieß es in Finanzkreisen am Freitag.

Anfang vergangener Woche hatte das Unternehmen bekanntgegeben, dass der noch nicht konkret benannte Jahresverlust 2010 die Hälfte des Grundkapitals der AG aufzehren werde. Damit muss nun Pfleiderer seine Aktionäre auf einer außerordentlichen Hauptversammlung über die Lage des Unternehmens informieren. Um das Unternehmen wieder ausreichend mit Kapital auszustatten, ist den Plänen zufolge zunächst eine Kapitalherabsetzung und dann eine Kapitalerhöhung angedacht.

Bisher wird erwartet, dass die Pfleiderer AG für das vergangene Jahr ein Minus von etwa 300 Millionen Euro ausweisen muss. Gleichzeitig war das Unternehmen nach den letzten bekanntgegebenen Geschäftszahlen netto mit mehr als 900 Millionen Euro verschuldet. Ein angeblich von Banken bereits erklärter Forderungsverzicht von 30 Prozent könnte somit etwa den erwarteten Fehlbetrag auffangen.

 

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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