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Insolvenzplan gebilligt: Für Centrotherm geht das Leben weiter

Der schwäbische Solaranlagenbauer Centrotherm ist in Rekordzeit finanziell wieder auf die Beine gestellt worden. Die Gläubiger und Aktionäre stimmten dem Insolvenzplan zu, mit dem das Unternehmen entschuldet wird.

Eine Fahne mit dem Firmenlogo von Centrotherm. Quelle: dpa
Eine Fahne mit dem Firmenlogo von Centrotherm. Quelle: dpa

Blaubeuren/FrankfurtDie Gläubiger und Aktionäre der angeschlagenen Solarfirma Centrotherm haben am Dienstag dem Insolvenzplan für das Unternehmen zugestimmt. Damit sei die entscheidende Hürde für die Sanierung und Rekapitalisierung des Unternehmens genommen worden, teilte Centrotherm mit Sitz in Blaubeuren mit. Nach der Bestätigung durch das Insolvenzgericht und die Erfüllung letzter formaler Bedingungen könne das Insolvenzverfahren in Kürze aufgehoben werden und Centrotherm wieder voll eigenständig arbeiten.

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„Wenn wir den Plan wie vorgesehen umsetzen können, dann ist dies ein für Aktionäre, Arbeitnehmer und Gläubiger gleichermaßen vorteilhaftes Ergebnis“, sagte der für den Insolvenzplan zuständige Vorstand Tobias Hoefer laut Mitteilung.

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Teil des Plans ist ein Tausch von Schulden in Eigenkapital, Das ist in Deutschland erst seit knapp einem Jahr möglich. Die bisherigen Aktionäre bleiben mit 20 Prozent beteiligt. Es ist das erste Mal in Deutschland, dass ein Unternehmen nach einem solchen Schritt ("debt-for-equity swap") an der Börse gelistet bleibt. Die Gläubiger erhalten über einen Treuhänder 80 Prozent des Kapitals, so dass sie bei einem Weiterverkauf in etwa drei Jahren am Erlös beteiligt werden.

Nach Ansicht von Centrotherm haben sie dann bei guter Kursentwicklung der Aktie sogar die Chance, mehr als ihre Insolvenzforderung zu bekommen - etwa wenn die Firma wie geplant bis 2014 die Rückkehr in die Gewinnzone schafft. Die Gläubiger hatten 460 Millionen Euro Forderungen angemeldet.

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Die Solarkrise hatte dem Unternehmen stark zu schaffen gemacht. Im Juli 2012 musste der Maschinenbauer ein sogenanntes Schutzschirmverfahren beantragen, das nach dem neuen Insolvenzrecht eine schnelle Sanierung in Eigenregie erlaubt. "Es ist damit innerhalb von wenigen Monaten gelungen, einen weltweit tätigen, börsennotierten Konzern wieder fit für die Zukunft zu machen", sagte Sachwalter Martin Hörmann. Die zuletzt rund 1000 Arbeitsplätze blieben erhalten.

Zuvor hatte sich Centrotherm von mehreren hundert Mitarbeitern getrennt und im Rahmen des Insolvenzverfahrens dann auch von Tochterfirmen. Nach mehreren verlustreichen Jahren stellt Centrotherm für 2014 erstmals wieder einen Gewinn in Aussicht. In der Photovoltaik will sich das Unternehmen nun künftig auf Technik für die Produktion von Solarzellen konzentrieren. Ein zweites Standbein will sich Centrotherm in der Chip-Industrie schaffen: Der Halbleiter-Bereich berge ein Umsatzpotenzial von 100 bis 150 Millionen Euro.

  • 30.01.2013, 07:37 UhrHofmannM

    Ein Unternehmen wird nicht mit buchhaltungstricks für die wirtschaftliche Zukunft fit gemacht, sondern mit einer ehrlichen Analyse, ob es weiterhin wirtschaftlich sinnvoll ist, auf den von jeher von staaltichen abhängigen Subventionsmarkt der deutschen Erneuerbaren Energiebranche tätig zu bleiben. Früher oder später wird sich diese und andere Firmen der Erneuerbaren Energiebranche diese Frage stellen und zu beantorten haben!

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