Insolvenzverwalter befragt
Autoritäre Manager verursachen Pleiten

Eine „autoritäre, rigide Führung“ und ungenügende Transparenz im Management sind wesentliche Ursachen für Unternehmenspleiten in Deutschland. Doch am allermeisten stolpern die Chefs einer Studie zufolge über Finanzierungsfragen und reißen dabei das gesamte Unternehmen mit sich.

HB FRANKFURT. Managementfehler sind einer Studie zufolge die Hauptursache für Firmenpleiten in Deutschland. Am häufigsten treiben Versäumnisse wie Finanzierungslücken, mangelhafter Umgang mit den eigenen Schulden und fehlendes Controlling die Unternehmen in die Insolvenz, wie eine am Mittwoch veröffentlichte Untersuchung des Kreditversicherers Euler Hermes und der Universität Mannheim ergab. In der Regel sei ein Bündel von Fehlern für den Zusammenbruch eines Unternehmens verantwortlich. Dazu gehörten ferner eine „autoritäre, rigide Führung“, ungenügende Transparenz und Kommunikation, Investitionsfehler und eine falsche Produktionsplanung.

Der Großteil der von einer Pleite bedrohten Unternehmen verdränge seine missliche Lage und stelle den Insolvenzantrag zu spät. „Damit verpassen die Unternehmen wesentliche Vorteile, wie zum Beispiel die Chance, durch rechtzeitige Gespräche mit dem Gläubiger die Liquidität des Unternehmen zu sichern die Fortführung des Betriebs zu ermöglichen“, heißt es in der Studie. Wenn die Geschäftsleitungen frühzeitig gegensteuern, gelinge in mehr als der Hälfte aller Fälle eine Sanierung.

Befragt wurden dafür 125 führende deutsche Insolvenzverwalter, die aktuell rund 19 000 Insolvenzen bearbeiten. Auf Platz 1 der Pleitengründe nannten 79 Prozent der Befragten fehlendes Controlling, gefolgt von Finanzierungslücken (76 Prozent), und unzureichendem Forderungsmanagement (64 Prozent) sowie einer „autoritären, rigiden Führung“ (57 Prozent). Weitere Faktoren seien ungenügende Transparenz und Kommunikation (44 Prozent), Investitionsfehler (42 Prozent) und eine falsche Produktionsplanung (41 Prozent).

Die befragten Insolvenzverwalter seien sich außerdem einig, dass in der Regel nicht nur ein einziger Faktor, sondern ein ganzes Ursachenbündel für Unternehmenszusammenbrüche verantwortlich seien.

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