Insolvenzverwalter fordert zehn Milliarden Dollar Schadensersatz von Deloitte Touche und Grant Thornton
Parmalat verklagt Wirtschaftsprüfer

Nach den Klagen gegen die Citigroup, die UBS und die Deutsche Bank hat der bankrotte Lebensmittelkonzern Parmalat nun auch rechtliche Schritte gegen seine ehemaligen Wirtschaftsprüfer eingeleitet.

mab MAILAND. Der Insolvenzverwalter Enrico Bondi teilte teilte gestern mit, die beiden internationalen Gesellschaften Deloitte Touche Tohmatsu und Grant Thornton bei einem Gericht im US-amerikanischen Bundesstaat Illinois auf einen Schadensersatz in Höhe von mindestens zehn Mrd. Dollar verklagt zu haben.

Nach Ansicht von Bondi hat die weltweit zweitgrößte Prüfungsfirma Deloitte, die seit dem Jahr 2000 als Hauptprüfer von Parmalat fungierte, ihre Pflicht missachtet, die tatsächliche Finanzlage des Milchriesen zu ermitteln. Noch drastischer geht der Insolvenzverwalter mit den Prüfern von Grant Thornton um: Sie hätten geholfen, fiktive Gesellschaften zu gründen, deren einziges Ziel es gewesen sei, zu betrügerischen Zwecken Milliarden von Dollar aus dem Konzern zu ziehen. Grant Thornton hatte zwischen 1993 und 1999 das Mandat für die Prüfung des Konzernabschlusses und danach für die besonders skandalumwitterten Auslandstöchter auf den Cayman Inseln.

Gegen die betroffenen Wirtschaftsprüfer ermittelt auch die italienische Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts auf Beihilfe zum betrügerischen Bankrott. Parmalat war im letzten Dezember unter einem Schuldenberg von 14 Mrd. Euro zusammengebrochen.

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