Integrationsdebatte Siemens-Chef Kaeser reagiert auf AfD-Politikerin Weidel – „Lieber Kopftuch-Mädel als Bund Deutscher Mädel“

Joe Kaeser zeigt sich wieder einmal von seiner politischen Seite: Auf Twitter reagiert der Siemens-Chef auf Alice Weidels verbale Entgleisung im Bundestag.
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Der Siemens-Chef hat sich in der Vergangenheit schon oft zu politischen Themen geäußert. Quelle: AFP
Joe Kaeser

Der Siemens-Chef hat sich in der Vergangenheit schon oft zu politischen Themen geäußert.

(Foto: AFP)

DüsseldorfDer Twitter-Kanal von Siemens-Chef Joe Kaeser widmet sich normalerweise einem großen Thema: Siemens. Mal twittert der Chef des Technologieunternehmens über Digitalisierung in China, dann wieder über Messen, Wirtschaftsforen.

Doch an diesem Mittwoch nutze Kaeser das Medium, um sich in die Integrationsdebatte einzubringen: „Lieber Kopftuch-Mädel als Bund Deutscher Mädel. Frau Weidel schadet mit ihrem Nationalismus dem Ansehen unseres Landes in der Welt. Da, wo die Haupt-Quelle des deutschen Wohlstands liegt“, twitterte Kaeser.

Dabei bezog sich der Siemenschef auf die verbale Entgleisung der AfD-Fraktionsvorsitzenden Alice Weidel. Diese kritisierte in der Generalaussprache im Bundestag die Bundesregierung dafür, mit ihrer Einwanderungspolitik den Wohlstand in Deutschland zu gefährden. Dabei sagte Weidel wörtlich: „Burkas, Kopftuchmädchen und alimentierte Messermänner und sonstige Taugenichtse werden unseren Wohlstand, das Wirtschaftswachstum und vor allem den Sozialstaat nicht sichern.“ Für diese Aussage wurde sie vom Bundestagspräsidenten Wolfgang Schäuble gerügt.

Auf Twitter musste der Siemens-Chef für seine Äußerung allerdings auch Kritik einstecken: „Mit Millionengehalt, Leibwächtern und Luxusvilla kann man nicht sehr glaubwürdig über Einwanderungsprobleme reden, Herr Joe Kaeser“, schreibt ein Twitter-Nutzer. „Rutschen Sie nicht auf Ihrer Schleimspur aus!“, höhnt ein anderer.

Von politischer Seite bekam Kaeser bislang Lob von der Grünen-Abgeordneten für Freiburg, Kerstin Andreae. Gerade heute müsse die Betonung auf Toleranz liegen, schrieb sie auf Twitter. „Gut, wenn die Wirtschaft sich klar zu Wort meldet!“

Joe Kaeser ist in Deutschland einer der politischsten CEOs, der sich nicht scheut, zu politischen und gesellschaftlichen Themen Stellung zu beziehen.

Für Aufregung sorgte er in Davos, als er Donald Trump vor laufender Kamera für seine Steuerreform lobte und Investitionen in den USA versprach. Kurz darauf kritisierte er allerdings auf Twitter deutlich Trumps Androhung von Strafzöllen. „Nach einer großartigen Steuerreform, um neue Jobs zu schaffen, ein lausiger Ansatz zu fairem Handel. Nicht gut für Kunden, nicht gut für Jobs. Nicht gut für eine freie Welt“, schrieb Kaeser übersetzt auf dem Kurznachrichtenkanal.

Im Interview mit dem Handelsblatt warnte er kürzlich, die Ängste in der Bevölkerung im Zuge der Digitalisierung könnten „ein Nährboden für den Populismus der politischen Ränder“ sein. Verlierer der digitalen Revolution könnten Menschen sein, deren Berufsbild sich fundamental ändert und die nicht bereit seien, Neues zu lernen.

Das seien nicht nur einfache Arbeiter, sondern auch Ingenieure, Programmierer und selbst Ärzte, die Bilder von Computertomographen interpretieren. „In Zukunft könnten auch solche Funktionen von Maschinen übernommen werden.“

In der vergangenen Woche hatte sich Kaeser im eigenen Haus mit den Arbeitnehmervertretern auf einen Zukunftspakt geeinigt, mit dessen Hilfe die disruptiven Veränderungen bei Siemens gemeistert werden sollen. Dabei einigten sich die Sozialpartner auch darauf, dass von Schließung bedrohte Werk im strukturschwachen Görlitz doch zu erhalten.

Der frühere Finanzvorstand Kaeser steht seit Sommer 2013 an der Spitze von Siemens. Er hat einen guten Draht zu Bundeskanzlerin Angela Merkel und begleitet sie oft in den Wirtschaftsdelegationen auf Auslandsreisen. Ex-Wirtschafts- und -Außenminister Sigmar Gabriel hat Kaeser gerade einen künftigen Job beschafft: Siemens nominierte ihn für den Verwaltungsrat des geplanten Zugriesen Siemens Alstom.

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  • Meine nächste Waschmaschine usw kommt auf jeden Fall wieder von MIELE
    Kaeser kann ja mal versuchen seine Ware in Asien oder im nahen Osten an den Mann zu bringen

  • Will der mal wieder von seiner Mama über den Kopf gestreichelt werden? Als CEO sollte er Politik für seine Firma machen und nicht dafür, in gewissen Kreisen hip zu sein.

  • Herr Käser, ihre pauschale Kritik übergeht den Kern, dass Frau Weidel eine WAHRHEIT benannt hat, die ein Teil der Realität ist. Die hier benannten Menschen finden sich sicherlich nicht ihren Lohnlisten und auch nicht in ihrer Lebenswirklichkeit - aber leider in derjenigen von vielen BÜRGERN in derem BÜRGERLICHEN Alltag.

    Dass Sie als CEO einen ANDERNE Alltag erleben und somit FREMD hierzu sind, liegt in der Natur der Sache.

    Nur - dann maßen Sie sich mal bitte nicht an, die tatsächlich Betroffenen so Oberlehrerhaft aus ihrer Wattewelt heraus zu diffamieren und 'ideel zurechtzurücken'.

  • Schön, dass wenigstens die Mehrheit der Kommentatoren den Durchblick hat, der Herrn Käser und dem Handelsblatt weitgehend fehlt

  • Was hat der BDM mit dem Tragen von Kopftüchern zu tun, die man bei Lehrerinnen erst durch jahrelange Prozesse unterbinden konnte, was dem grunde nach nicht grade förderlich für den Willen zur echten Intergation und nicht zur geheuchelten Intergation ist.
    Kaeser kann ja mal mitteilen wieviel Asylantargsteller denn bei Siemens eingestellt wurden die ja laut seinem
    neuen Verwaltungsratschef Gabriel alles Fachkräfte sind und angeblich ndringend gebraucht werden- nur komisch das Siemens wie Airbus VW Lufthansa und Co Arbeitsplätze nur noch an Leiharbeiter vergibt und sogar jobs abgebaut werden in Deutschland da Deutschland vor allem für Siemens zu teuer arbeitet!
    die 30 grössten DAX Konzerne haben lt FOCUS keine 100 Asylantargsteller eingestellt- freuen sich aber alle ganz doll das neue "Fachkräfte" kommen, die sie selbst nicht ausbilden möchten da das Niveau einfach katastrophal ist (1/3 hat keinen Schulabschluss,ist ebenfalls äusserst zweifelhaft qualifiziert, tausende Analaphabeten, dies wurde ausschliesslich von der AFD angemahnt und nicht von der rot grün oder Frau Merkel
    Gabriel hat doch in Wahrheit bei Siemens die Aufagbe Lobbyarbeit zu verrichten und für allesmögliche an staatliche Fördergelder und somit Steuergelder zu gelangen.
    Die Lasten der erzwungenen Integration bleiben bei den Arbeitnehmern und Bürgern sowie rentnern hängen
    die sich alle auf weitere Einschnitte freuen dürfen.
    Kein Land dieser Welt macht das was Deutschland sich hier an Problemen auflädt.
    Und nochmal für alle NAZI Hetzer: Asyl ja Einwanderung nein! Dafür gibt es keine gesetzliche Grundlage
    rot grün und Merkel setzen sich über geltendes Recht ohne Auftarg des Volkes hinweg- ein absoluter Skandal

  • Nachtrag: >>>Siemens-Chef Kaeser reagiert auf AfD-Politikerin Weidel!<<<
    Dies ist die Person, welche im Osten mehrere Betriebsteile schließen möchte und ohne Wimperzucken die dortigen Personen in die Arbeitslosigkeit schicken will.
    Solche Menschen haben keinerlei Recht, sich über andere Personen zu erheben.

  • Wann hat Frau Weidel eigentlich irgendetwas gesagt im Zusammenhang mit der NS-Zeit? Gar nicht! Das ist mal wieder so ein Versuch (diesmal von Hr. Käser), die AfD als Nazis darzustellen. Vielleicht sollte er seine Kinder z.B. mal in Berlin-Neukölln zur Schule schicken, damit er (wie viele andere auch) aufwacht.

  • Wenn dieser Kaeser die kopftuchtragenden Mädel bevorzugt, sollte er schnell in den Orient verschwinden. Da wäre er wohl besser aufgehoben. Aber für hohe Vergütungen in einem deutschen Unternehmen verkauft er sich pragmatisch sehr gerne. Dabei gibt es Frühstücksdirektoren wie Kaeser`s reichlich in der BRD und wäre schnell verzichtbar.

  • Ach Herr Kaeser....
    Wem gehört Siemens ?
    Wer sind Siemens - Großkunden ?
    Immer wieder eine Frage: Wem nützt Ihr Geschwafel ?
    Solche Menschen wie Sie möchte ich nicht in meinem Freundeskreis oder Familie haben.
    Nur mal so...ich mag unsere Mädels !

  • Der überwiegende Teil der Siemens Produkte wird traditionell von staatlichen und staatsnahen Kunden bezogen. So ist Siemens traditionell staatsnah. So sollte man sich auch nicht wundern wenn der Konzernchef seine Ergebenheit zugunsten der Regierung und zu Lasten einer bürgerlichen Opposition äussert. So gab Herr Kaeser bereits Ergebenheitsadressen an Putin u.a ab.

    Für Siemens als Unternehmen ist ein BDM Mädchen sicherlich hilfreicher als ein Kopftuch Mädel dessen Eltern, oder Ehemann vom Staat alimentiert wird was wiederum Steuerforderungen an Siemens auslöst.

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