Integrierter Konzern
Volkswagen und Porsche streben Fusion an

Die Autohersteller Porsche und Volkswagen streben nach eigenen Angaben eine Fusion zu einem integrierten Konzern an. Die Eigenständigkeit aller Automarken soll auch in Zukunft gewahrt bleiben. Die entscheidende Frage blieb aber offen: Wer hat in dem Riesenkonzern künftig das Sagen?

HB STUTTGART/SALZBURG/ZELL AM SEE. Dreieinhalb Jahre nach dem Einstieg bei Volkswagen rückt Porsche von seinem Übernahmeplan ab und strebt nun eine Fusion an. Bei einem Treffen der Porsche-Eigentümerfamilien mit dem Vorstand wurde beschlossen, aus VW und dem von der Finanzkrise belasteten Sportwagenhersteller einen integrierten Autokonzern mit insgesamt zehn Marken zu schaffen, wie Porsche am Mittwochabend in Stuttgart mitteilte. In den nächsten vier Wochen will Porsche gemeinsam mit VW, Betriebsräten und dem Land Niedersachsen als zweitgrößtem VW-Anteilseigner die Struktur der neuen Unternehmensgruppe unter einer Führungsgesellschaft festzurren.

In dem von den Porsche-Eignern geplanten Konzern sollen die Pkw- und Lkw-Marken - wie VW, Porsche, Audi, Seat und Scania - künftig eigenständig und gleichberechtigt nebeneinander stehen. Derzeit gehört VW zu knapp 51 Prozent Porsche, gut 20 Prozent gehören dem Land Niedersachsen. Porsche selbst wird von den Familien Porsche und Piech kontrolliert, denen als Erben des Firmengründers Ferdinand Porsche alle Stammaktien und damit mindestens die Hälfte des Kapitals gehören.

Die entscheidenden Machtfragen im Autoimperium Porsche/VW blieben offen. Die Frage ist: Wer hat künftig das Sagen in dem Riesenkonzern und letztendlich auch in der Familie? Und heißt das künftige Machtzentrum Stuttgart oder Wolfsburg?

Porsche-Aufsichtsratschef Wolfgang Porsche und VW-Patriarch Ferdinand Piëch geben sich nach außen hin stets im trauten Einvernehmen. Tatsächlich aber sollen die beiden "Alphatiere" zutiefst zerstritten sein. Seit dem Einstieg von Porsche bei VW vor etwa dreieinhalb Jahren entflammt der Familienzwist hinter den Kulissen immer wieder neu.

Die Machtfrage dürfte wieder das entscheidende Problem sein, wenn in den kommenden Wochen hinter verschlossenen Türen das Zukunftskonzept für den künftigen Porsche/VW-Konzern geschmiedet wird. Am Mittwoch gab es darauf jedenfalls noch keine Antwort. Fest steht, dass eine Übernahme von Europas größtem Autobauer durch den viel kleineren Sportwagenhersteller vom Tisch ist.

Porsche hatte bisher geplant, bei Volkswagen auf 75 Prozent aufzustocken und einen Beherrschungsvertrag abzuschließen. Dieses Ziel wurde wegen finanzieller Engpässe und des VW-Gesetzes aufgegeben. Das VW-Gesetz räumt Niedersachsen als zweitgrößtem VW-Aktionäre eine Sperrminorität ein, an der Porsche mit seinem Plan zum Abschluss eines Gewinnabführungs- und Beherrschungsvertrages letztlich gescheitert ist.

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