Interesse am Technologiekonzern VA Tech – Analysten sehen einzelne Sparten als gute Ergänzung
Siemens sondiert Zukauf in Österreich

Die Hinweise auf eine Teilübernahme des österreichischen Technologiekonzerns VA Tech durch Siemens verdichten sich. Der Münchener Konzern räumte am Donnerstag grundsätzliches Interesse ein, österreichische Wirtschaftsmedien nannten bereits Details aus entsprechenden Verkaufsgesprächen.

emb/mwb WIEN/MÜNCHEN. Sollte Siemens bei VA Tech zum Zuge kommen, wäre aus Sicht von Analysten vor allem die Sparte Energieerzeugung und -übertragung für den Konzern interessant. „Die Übernahme würde auch von der Dimension her zur Strategie von Siemens- Chef Heinrich von Pierer passen“, sagte Hypo-Vereinsbank-Analyst Roland Pitz. Der Anfang 2005 aus dem Amt scheidende Siemens-Vorstandsvorsitzende hatte sich zuletzt für kleine und mittelgroße Zukäufe offen gezeigt, Mega-Übernahmen aber ausgeschlossen.

Zuletzt hatte Siemens Anfang August die Übernahme des amerikanischen Wasseraufbereiters US Filter für 830 Mill. Euro abgeschlossen. Das im April 2003 übernommene Industrieturbinengeschäft von Alstom kostete 1,1 Mrd. Euro.

In diesen Dimensionen würde auch eine Teilübernahme der VA Technologie AG fallen. Der Mischkonzern ist in den Bereichen Metallurgietechnik, hydraulische Energieerzeugung, Energieübertragung und -verteilung, Wassertechnik sowie Infrastruktur tätig. Mit 17 478 Mitarbeitern erwirtschaftete das Unternehmen 2003 einen Umsatz von 3,92 Mrd. Euro. Damit gehört VA Tech zu den großen Konzernen Österreichs. Das Unternehmen schreibt Verluste, im vorigen Jahr waren es rund 22 Mill. Euro.

Die börsennotierte VA Tech hat als Großaktionäre die österreichische Staatsholding ÖIAG (15 Prozent) und die Victory-Gruppe des österreichischen Industriellen Mirko Kovats (12,5 Prozent). Das österreichische Wirtschaftsmagazin „Format“ berichtete, Siemens und Victory hätten bei der Übernahmekommission und bei der ÖIAG den Entwurf eines Angebots für die VA Tech abgegeben. Der Preis je Aktie soll fünf Euro über dem aktuellen Börsenkurs zum Zeitpunkt des Angebots liegen, maximal aber 60 Euro betragen, hieß es in dem Bericht. Dies würde den börsennotierten Konzern mit rund 900 Mill. Euro bewerten. Allerdings bestritt die ÖIAG gestern, einen solchen Entwurf erhalten zu haben. Ein Siemens-Sprecher dementierte den Bericht ebenfalls. Der Österreich- Chef von Siemens, Albert Hochleitner, bestätigte aber „Interesse an einzelnen Sparten der VA Tech und entsprechende Sondierungsgespräche“ mit Kovats. Zu dessen Victory-Gruppe dürfte nach Ansicht von Beobachtern die VA- Sparte Industrieanlagenbau passen.

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