Interesse an Hochspannungsnetz
National Grid an Eons Netz interessiert

Nach Finanzinvestoren hat erstmals auch ein strategischer Investor öffentlich sein Interesse an Eons Hochspannungsnetz geäußert: der Betreiber des britischen Stromnetzes, National Grid werde sich mit dem Thema auf jeden Fall auseinandersetzen, sagte Konzernchef Steve Holliday am Donnerstag in einer Telefonkonferenz mit Journalisten.

DÜSSELDORF. National Grid betreibt in Großbritannien die Fernleitungen für Strom und Gas als von den Produzenten und Versorgern unabhängiger Dienstleister, wie ihn sich die EU-Kommission auch in anderen europäischen Staaten wünscht. Das Unternehmen ist auch in den USA und Australien tätig und setzte im Geschäftsjahr 2007/08 (zum 31. März) rund 11,5 Mrd. Pfund (14,4 Mrd. Euro) um.

Die EU-Kommission versucht, eine Richtlinie durchzusetzen um die integrierten europäischen Energiekonzerne zur Abgabe ihrer Stromnetze zu zwingen. Eon hat im Februar dem Druck überraschend nachgegeben und zugesagt, sein 10 000 Kilometer langes Übertragungsnetz zu verkaufen, wenn die Behörde im Gegenzug laufende Kartellverfahren einstellt. Eon darf die Leitungen dabei nicht an einen Konzern abgeben, der selbst Strom vertreibt oder produziert. In Frage kommen deshalb Finanzinvestoren oder eben unabhängige Netzbetreiber.

Nach den Worten von Eon-Chef Wulf Bernotat haben sich inzwischen schon zahlreiche Interessenten gemeldet. Namen will er aber nicht nennen. Eon kann den Verkaufsprozess noch nicht formell starten, weil die Kommission die Verpflichtungszusagen von Eon erst noch prüfen muss. Mit einem Abschluss rechnet Eon im Herbst. Danach hat der Konzern zwar zwei Jahre Zeit zum Verkauf, dürfte den Prozess aber zügig starten. "Wir vermerken das Interesse zur Zeit und setzen die Namen auf eine Liste von Interessenten und werden darauf zurückkommen, wenn der Prozess offiziell beginnt", sagte Bernotat.

Jüngst hatte Finanzinvestor Macquarie sein Interesse an den Netzen angemeldet, deren Wert Analysten auf bis zu zwei Milliarden Euro schätzen. Als mögliche Bieter werden in Finanzkreisen auch die britischen Beteiligungsfirmen 3i und Terra Firma, die Deutsche-Bank-Tochter Rreef sowie Allianz genannt.

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