Interesse an Ventana Medical Systems
Roche plant milliardenschwere Übernahme

Der Schweizer Pharmakonzern Roche will das US-Unternehmen Ventana Medical Systems kaufen und somit das eigene Krebsmedikamente-Geschäft um eine Diagnosekomponente erweitern.

HB ZÜRICH. Der Basler Konzern will sich die Übernahme, die vom Ventana-Management abgelehnt wird, einiges kosten lassen: Rund drei Mrd. Dollar will Roche für das Unternehmen mit knapp 240 Mill. Dollar Umsatz auf den Tisch legen.

Der Preis sei gleichwohl angemessen, erklärte Roche-Konzernchef Franz Humer. Die Ventana-Übernahme wäre ein strategisch wichtiger Schritt, bei dem es nicht um Synergien oder Kosteneinsparungen gehe. Roche sieht sich mit Krebsmedikamenten wie Avastin oder Mabthera als Marktführer. Mit den von Ventana entwickelten Diagnosemethoden soll es möglich sein, eine Krebsbehandlung von Anfang an gezielt auf einzelne Patienten abzustimmen.

Auch für Ventana sei der Preis „sehr fair“, sagte Humer weiter. Immerhin enthalte die Offerte, die sich auf 75 Dollar je Aktie beläuft, eine ordentliche Prämie auf den Aktienkurs. Er hoffe, dass in Verhandlungen eine einvernehmliche Lösung erreicht werden könne.

Wissenschaftler sprechen im Zusammenhang mit den von Ventana angewandten Methoden von gewebebasierten Tests oder Histopathologie. Roche ist bereits in den Bereichen In-Vitro-Diagnostik und Life-Science-Geschäft - Molekulardiagnostik, Immundiagnostik und klinische Chemie - tätig und sieht sich auch dort als Marktführer.

Die Roche-Diagnostik-Sparte trug 2006 gut 20 Prozent zu den 42 Mrd. Franken Konzernumsatz (25,4 Mrd. Euro) bei und erbrachte zwölf Prozent des Betriebsgewinns (Ebit).

An der schwächeren Börse notierten die Roche-Genussscheine gegen Mittag wenig verändert. Die europäischen Gesundheitswerte tendierten leicht schwächer.

Analysten äusserten sich überwiegend positiv. Die Ventana-Übernahme mache Sinn und das rechtfertige den Aufpreis. Eine feindliche Übernahme könnte allerdings preislich und zeitlich aufwendig werden, kommentierte ZKB-Analyst Hernani de Faria.

Roche erwartet, dass sich die Ventana-Übernahme in den nächsten ein bis zwei Jahren positiv auf das EBIT auswirkt. Der Der Kerngewinn je Genussschein und Inhaberaktie werde um weniger als ein Prozent verwässert.

Die strategische Flexibilität der Gruppe sieht Roche durch die Akquisition nicht massgeblich beeinträchtigt. Der Konzern verfügte Ende 2006 über einen Nettobarbestand von 16 Mrd. Franken.

Ventana setzte 2006 mit rund 950 Mitarbeitenden 238,2 Mill. Dollar um.

Der Markt für gewebebasierte diagnostische Test hat nach Roche-Angaben ein Volumen von rund einer Milliarde Dollar und wächst jährlich um rund zehn Prozent oder etwa doppelt so schnell wie die In-Vitro-Diagnostik.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%