Interessenkonflikt
IG Metall will Porsche-Streit beilegen

Die Betriebsräte von Porsche und Volkswagen wollen ihren Streit um die Mitbestimmung bei der neuen Porsche-Holding offenbar beilegen. Porsche-Betriebsratschef Uwe Hück sagte am Samstag in Stuttgart, er sei zu einem Kompromiss bei der Besetzung eines künftigen Betriebsrats bereit. Indes werden Warnungen vor einem Interessenkonflikt bei VW laut.

HB FRANKFURT. Einzelheiten seines Kompromissvorschlags wollte Hück nicht nennen. In Gewerkschaftskreisen heißt es aber, Hück sei bereit, den VW-Kollegen mehr Plätze im Betriebsrat der Porsche Holding zu geben. Auf Einladung des designierten IG-Metall-Vorsitzenden Berthold Huber wollen sich die Kontrahenten Hück und Bernd Osterloh von VW am Dienstag zu einem Gespräch in der Frankfurter Gewerkschaftszentrale treffen.

Der Streit des VW-Betriebsrats mit dem Großaktionär über die Mitbestimmungsregeln der neuen Porsche Automobil Holding spaltet auch die Arbeitnehmervertreter von VW und Porsche, da Hück die Vereinbarung mit ausgehandelt hatte. In den vergangenen Wochen war es darüber zu einem offenen Schlagabtausch zwischen Hück und Osterloh gekommen.

Die IG Metall versucht nun, diesen Riss rasch wieder zu kitten und die beiden zerstrittenen Betriebsräte auf eine gemeinsame Linie einzuschwören. VW-Betriebsratssprecher Gunnar Kilian äußerte sich jedoch zurückhaltend über die Erfolgschancen des Gesprächs.

Der Konflikt entzündet sich an den Mitbestimmungsregelungen der neuen Holding, unter deren Dach künftig die Porsche AG und die 31 Prozent-Beteiligung an VW gebündelt werden soll. Die bisherige Regelung sieht vor, dass nach der erwarteten Übernahme von VW durch Porsche je 20 Arbeitnehmervertreter beider Autobauer im Betriebsrat dort vertreten sind. Hück ist jetzt offenbar bereit, dem VW-Betriebsrat mehr Plätze einzuräumen.

„Auch wenn wir im Gerichtsverfahren gewinnen, wir müssen zusammenarbeiten“, sagte Hück. „Ich reiche nicht nur meine Hand, sondern meinen gesamten Arm.“ Porsche hatte sich vergangene Woche sowohl beim VW-Gesetz als auch bei der Anhörung über eine Einstweilige Verfügung gegen die Eintragung der Holding jeweils vor Gericht durchsetzen können.

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