Interessenkonflikte
Balda weist Vorwürfe von Großaktionär zurück

Der Medizintechnik-Produzent Balda hat die Vorwürfe seines Großaktionärs Octavian Advisors gegen den Aufsichtsrat des Konzerns zurückgewiesen. Das Kontrollgremium habe stets im Interesse der Gesellschaft gehandelt.
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FrankfurtDies erklärte der Balda-Aufsichtsrat am Donnerstagabend. Die Behauptungen von Octavian, dass das Gremium nicht unabhängig gewesen sei, sondern im Interesse und zugunsten einzelner Aktionäre gehandelt habe, seien schlicht nicht nachvollziehbar.

Der New Yorker Investor hatte dem Kontrollgremium vorgeworfen, es habe sich von persönlichen Interessen des Hauptaktionärs Michael Chiang leiten lassen - zulasten der übrigen Anteilseigner. Die Absage des zunächst geplanten Verkaufs der Beteiligung am taiwanesischen Touchscreen-Hersteller TPK habe die Balda-Aktionäre 350 Millionen Euro gekostet, monierte der Großaktionär. TPK gehört zu 25 Prozent Chiang und seiner Familie. An Balda hält die Familie 27,6 Prozent.

Die defizitäre Balda hatte Ende September angekündigt, bis zu 9,5 Millionen TPK-Aktien im Laufe des Abschlussquartals zu platzieren und den größten Teil des Erlöses an die Aktionäre auszuschütten. Mitte November verschob der Vorstand jedoch den geplanten Teilverkauf und begründete dies mit dem Kursverfall der Titel in den sechs Wochen zuvor.

Octavian, nach eigenen Angaben mit 8,3 Prozent an Balda beteiligt, hatte daraufhin die Einberufung einer außerordentlichen Hauptversammlung beantragt und fordert die Abwahl des Aufsichtsrats. Stattdessen hat der Großaktionär den ehemaligen Adidas-Manager Rene Charles Jäggi, Finanzinvestor Behdad Alizadeh und Octavian-Manager Igor Kuzinar als Mitglieder des Kontrollgremiums vorgeschlagen.

Der Balda-Aufsichtsrat erklärte nun, es sei zu befürchten, dass die Wahl dieser Kandidaten zu ernsten Interessenskonflikten führen und die Corporate Governance der Gesellschaft nachhaltig verschlechtern würde. Der Aufsichtsrat werde den Aktionären von Balda daher vorschlagen, die von Octavian vorgelegten Beschlussvorschläge für die außerordentliche Hauptversammlung am 8. Februar abzulehnen.

Zuvor hatte Balda bereits bekanntgegeben, dass Alleinvorstand Rainer Mohr nur zehn Monate nach seinem Amtsantritt den Chefsessel wieder räumt. Der seit Jahren immer wieder mit Verlusten kämpfende Konzern begründete den Abgang mit „unterschiedlichen strategischen Vorstellungen“. Neuer Vorstands- und Finanzchef werde Dominik Müser, ehemaliger Partner der Beratungsfirma Roland Berger.

 

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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