Interessenten für Übernahme vorhanden
Agfa soll im Eilverfahren saniert werden

Der Insolvenzverwalter von Agfa Photo will den Fotomaterialhersteller binnen drei Monaten sanieren. Die Produktion ist dank finanzieller Hilfe des ehemaligen Mutterkonzerns Agfa-Gaevert erstmal gesichert.

HB/der DÜSSELDORF. An einem Personalabbau komme die Gruppe trotz der Finanzspritze aber voraussichtlich nicht vorbei, sagte am Mittwoch der vorläufige Insolvenzverwalter Andreas Ringstmeier. Auch die Zerschlagung des Herstellers von Fotofilmen, -papieren, -chemie und Labormaschinen wird immer wahrscheinlicher. Es gebe bereits Interessenten für eine zumindest teilweise Übernahme des Unternehmens.

Insgesamt benötige Agfa Photo 50 bis 60 Millionen Euro frisches Kapital zur Sanierung. Diese Aufgabe will Ringsmeier zügig angehen. Bis Anfang August müsse das Unternehmen wieder solide aufgestellt sein, denn die Löhne seien nur bis Juli gesichert. Ein Sanierungskonzept gebe es aber noch nicht.

Der Agfa-Gevaert-Konzern, aus dem Agfa Photo im November 2004 herausgelöst worden war, habe sich zu Zahlungen von mehr als 50 Millionen Euro bereit erklärt, von denen 17 Millionen Euro schon kurzfristig zur Verfügung ständen. Dabei handele es sich um die vorzeitige Begleichung von Außenständen. Mit diesem Geld will Insolvenzverwalter Ringstmeier die Produktion sichern. Denn die Lieferanten würden seit Bekanntwerden der Insolvenz auf Vorkasse bestehen. Akute Materialknappheit sei die Folge.

Die Frage, wer nun Schuld an der Insolvenz von Agfa Photo ist, ließ Ringstmeier unbeantwortet. "Es gibt wichtigere Aufgaben im Moment", sagte er, "erst muss die Zukunft des Unternehmens gesichert werden." Die Vergangenheit müsse warten.

Seit der Bekanntgabe der Insolvenz am Freitag war vor allem Hartmut Emans in die Schusslinie geraten. Der geschäftsführende Gesellschafter der Nanno Beteiligungsholding hatte mittelbar 55 Prozent an Agfa Photo kontrolliert. Es waren Anschuldigungen laut geworden, nach denen Emans hunderte Millionen Euro aus dem Unternehmen gesogen haben soll. Die ehemalige Mutter Agfa-Gaevert hatte die Tochter mit einer Mitgift von 372 Millionen Euro ausgestattet, deren Verbleib bis dato ungeklärt ist.

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