Interessenten für Werksverkauf
Investoren buhlen um Airbus

Der angeschlagene Flugzeughersteller Airbus macht Tempo bei der Sanierung. Nach der Ankündigung der konkreten Stellenstreichungen am vergangenen Wochenende arbeitet das Management jetzt mit Hochdruck am Verkauf seiner Komponentenwerke.

MÜNCHEN/PARIS. "Wir werden Mitte Mai die offiziellen Gespräche beginnen", sagte eine Airbus-Sprecherin in Toulouse. "Derzeit haben sich mehr als zehn Interessenten gemeldet", sagte die Sprecherin. Nach Handelsblatt-Informationen sind unter den Interessenten auch Finanzinvestoren. Zu den strategischen Interessenten zählt auch die Nürnberger Diehl-Gruppe. "Kein Kommentar", hieß es bei Diehl in Nürnberg.

Zum Verkauf stehen drei von 16 Airbus-Werken, für drei weitere sollen Partner gefunden werden. In Deutschland sind von dem Verkauf Varel in Niedersachsen und Laupheim in Baden-Württemberg betroffen, Nordenham bei Hamburg soll in eine strategische Partnerschaft eingebracht werden. Airbus will sich zunächst um die Partnerschaften bemühen, weil in den betroffenen Werken schnell investiert werden muss. So ist Nordenham noch auf die Fertigung von Aluminiumteilen ausgelegt, soll aber demnächst für die Produktion von Kohlefaserkomponenten umgerüstet werden. Industrielle Investoren scheuen aber die hohen Kosten.

Die Nürnberger Diehl-Gruppe richtet ihr Interesse auf das Komponentenwerk in Laupheim. Das einzige süddeutsche Airbus-Werk produziert Teile für die Inneneinrichtung, Diehl will sich als Systemlieferant für die Kabineneinrichtung etablieren. Mitbewerber um Laupheim soll nach Informationen der Wirtschaftszeitung "La Tribune" die französische Zodiac-Gruppe sein, gilt aber als wenig aussichtsreich.

Denn der politische Druck ist groß. Die Ministerpräsidenten der betroffenen Standorte und die Bundesregierung drängen auf deutsche Käufer. Auf jeden Fall soll der Einstieg von Finanzinvestoren verhindert werden, heißt es in Branchenkreisen. Gleichzeitig kann sich Airbus Verzögerungen bei der Sanierung nicht leisten. Die verspätete Auslieferung des Riesenairbus A380 kostet mindestens fünf Milliarden Euro, die Dollarschwäche zwingt zu harten Schnitten. Mitte Februar kündigte der Mutterkonzern EADS den Abbau von 10 000 Stellen bei Airbus an. Die Zuliefertiefe soll durch die Werksverkäufe von heute 70 auf dann 50 Prozent gesenkt werden.

Seite 1:

Investoren buhlen um Airbus

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%