Internationale Automobilausstellung
Nur für Chauffeure

Zuerst wollte er nur seinen Fahrer schicken: Im April 1951 eröffnet Bundespräsident Theodor Heuss die erste Internationale Automobilausstellung nach dem Krieg. Die Messe entwickelt sich zu einer Erfolgsstory, ebenso wie die deutsche Automobilindustrie. Doch viele der Automarken, die damals die Szene beherrschten, sind inzwischen verschwunden.

FRANKFURT. Der hagere, ältere Herr mit den markanten Gesichtszügen, der an diesem Tag vom Rhein an den Main gereist ist, findet auf dem Frankfurter Messegelände genau das Passende: eine stolze Limousine, schnell, stark, groß, bequem und vor allem repräsentativ. Konrad Adenauer, ein Liebhaber schneller Autos, zögert nicht. Der Wagen, ein Mercedes 300, wird sofort bestellt.

Das Auto aus Stuttgart verhilft dem ersten Kanzler der Bundesrepublik bei Staatsbesuchen zu Renommee, Adenauer gibt dem Wagen im Gegenzug seinen Beinamen. Bis heute lässt der so genannte „Adenauer-Mercedes“ die Herzen von Autofans höher schlagen.

Die repräsentative Daimler-Limousine ist einer der Stars der ersten Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Nachkriegs-Deutschland, die am 19. April 1951 in Frankfurt ihre Tore öffnet. Die Messe entwickelt sich zu einer Erfolgsstory, ebenso wie die deutsche Automobilindustrie. Und der Adenauer-Mercedes wird zu einem Symbol für die aufstrebende, wenn auch zunächst noch durch Rohstoff- und Devisenmangel gehemmte Wirtschaftsmacht.

Mehr als 50 Jahre später ist die deutsche Autoindustrie hinter der amerikanischen und der japanischen weltweit die Nummer drei. Im vergangenen Jahr liefen in Deutschland 5,4 Millionen PKWs vom Band, allein 3,9 Millionen waren für den Export bestimmt – ein neuer Rekord. Hinzu kamen 420 000 Nutzfahrzeuge, die in Deutschland herstellt wurden.

Jeder siebte Industriearbeitsplatz hängt hier zu Lande von der Autoindustrie ab. Die deutschen Marken Audi, BMW, Mercedes und Porsche dominieren den automobilen Premiummarkt, der Volkswagen-Konzern ist der größte Automobilhersteller Europas. Die IAA ist heute die flächenmäßig größte Automobilausstellung der Welt – mit Ausstellern aus fast 50 Ländern und knapp einer Million Besucher.

Seinen Anfang nahm all dies 1897 in Berlin – mit der allerersten IAA. Genau acht Autos werden der Öffentlichkeit in einem Hotel vorgestellt.

Nach dem Krieg wechselt der Messeort. Frankfurt profitiert von der schwierigen Lage Berlins. In der Viermächtestadt findet zwar auch 1951 noch eine Autoshow statt, doch Frankfurt setzt mit seiner ersten Nachkriegs-IAA im selben Jahr Zeichen: 570 000 Besucher kommen auf das Messegelände, auf dem 537 Aussteller auf 44 000 Quadratmetern 553 Fahrzeuge in Szene setzen.

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