Internationale Bierkonzerne verzichten auf ein Show-down an der Isar
Nachahmung ist unter Brauern Trumpf

August Adolphus Busch IV nestelt sichtlich nervös an seiner Kleidung und bearbeitet seine Fingerknöchel. Der Chef des lange Zeit größten Braukonzerns der Welt, der im US-Bundesstaat Missouri beheimateten Anheuser-Busch, trifft zum ersten Mal auf seine direkten Konkurrenten, die sein Unternehmen auf Rang drei des Weltbiermarktes verdrängt haben.

HB MÜNCHEN. Der 41jährige hatte daraufhin seine nicht-amerikanischen Kontrahenten kürzlich mit patriotischen Logos auf seinen Bierdosen („America owned. Brewed here.“) zu attackieren versucht.

Auf dem Podium beim „4. World Beer & Drinks Forum“ in München liegen zwischen Busch und der neuen Nummer eins und zwei der Branche, Inbev-Boss John Brock und SAB-Miller-Chef Graham Mackay, deshalb gut zwanzig Meter: Eine in alten Westernfilmen aber immer noch übliche Duell-Distanz.

Den Raum zwischen den Kontrahenten füllen aber auch noch die Vorstandsvorsitzenden von Heineken, Carlsberg, Foster’s und Efes, so dass ein Show-down doch eher unwahrscheinlich erscheint – obgleich Busch provokativ in schwarzen Cowboy-Stiefeln erschienen ist.

Insgesamt sitzen auf der Bühne die Repräsentanten von mehr als der Hälfte der Weltbierproduktion, die dem versammelten Publikum demonstrieren, dass sie ein zivilisiertes „Monopoly“-Spiel einer wilden Schießerei vorziehen. Dieses seit Jahrzehnten erfolgreiche Brettspiel symbolisiert nur zu genau, was viele Großkonzerne derzeit treiben: Sie kaufen, was es an Brauereien auf den Wachstumsmärkten in Asien und Südamerika zu kaufen gibt.

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