Internationale Hersteller schreckt die „Geiz-ist-geil“-Mentalität ab
Den deutschen Weinbauern fehlen die Weltmarken

In Deutschland mangelt es an international wirklich wettbewerbsfähigen Weinmarken. Auch der Weinhandel wird immer stärker von den Discountern dominiert. Sie beherrschen derzeit mehr als 45 % des Marktes – Tendenz steigend.

DÜSSELDORF. Es ist gerade die Vielfalt der Weine, die Bernd M. Michael, Chef der renommierten Werbeagentur Grey, auf die Palme bringt. „Der Verbraucher möchte nicht durch eine überflüssige Auswahl aufgehalten werden“, sagte Michael am Samstag auf dem „World Wine & Spirits Plenum“ in Düsseldorf. Fast 300 Führungskräfte aus Industrie und Handel diskutierten auf dem Branchentreffen das Thema „Starke Marken und ihre Herausforderungen“. Und an international wirklich wettbewerbsfähigen Weinmarken mangelt es in Deutschland. Stattdessen wird auch der Weinhandel immer stärker von den Discountern dominiert. Sie beherrschen derzeit mehr als 45 % des Marktes – Tendenz steigend.

Der Discounter Aldi sei deshalb so erfolgreich im Weingeschäft, weil er allein durch sein limitiertes Angebot den Verbrauchern Orientierung verschaffe, zeigt sich Grey-Chef Michael überzeugt. Diese Orientierung fehle bei Weinen im oberen Preissegment des Lebensmitteleinzelhandels. Aber nur dort könne auch künftig eine angemessene Marge erzielt werden. Eine durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Verbraucher von dreieinhalb Minuten vor dem Weinregal belege deren Frustration angesichts des unübersichtlichen Angebots, so Michael. Rund 35 000 verschiedene Produkte, darunter nur 17 % Markenweine, buhlen in Deutschland um die Aufmerksamkeit der Käufer.

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