Internationaler Produktionsverbund bietet dem Management viele Alternativen
VW heizt Wettbewerb der Fabriken an

Der Wolfsburger Volkswagen-Konzern baut für die anstehenden Tarifverhandlungen eine gewaltige Drohkulisse auf. Er spielt dabei die einzelnen Standorte des Unternehmens gegeneinander aus.

hof FRANKFURT. Die Aussichten für die deutschen Werke im internen Wettbewerb um neue Projekte sind nach Aussagen von VW-Personalvorstand Peter Hartz miserabel: „Zu den jetzigen Konditionen wird es nicht möglich sein, die Arbeitsplätze in Deutschland zu halten“, machte Hartz unmissverständlich klar. Die deutschen Produktionsstätten von VW hätten nur dann eine Chance, wenn die Arbeitskosten hier zu Lande bis 2011 um 30 Prozent gesenkt würden.

Die Wolfsburger schreiben neue Projekte schon seit einiger Zeit konzernintern aus. „Doch die deutsche Stimme war bei den Entscheidungen bisher immer sehr stark“, sagen Insider. Mit solchen regionalen Vorlieben ist es nun vorbei.

Eine vollständige Verlagerung bestehender Produktionen ins kostengünstigere Ausland müssen die VW-Beschäftigten nicht fürchten – dafür wären zu hohe Investitionen nötig. Aber allein in den kommenden beiden Jahren entscheidet Europas größter Automobilhersteller über gut zehn komplett neue Modelle. Gehen die inländischen Standorte dabei leer aus, ist ein Arbeitsplatzabbau kaum zu vermeiden.

Dass die Beschäftigten Hartz’ Drohungen ernst nehmen müssen, zeigen Beispiele aus der Vergangenheit: Die Produktion des prestigeträchtigen Geländewagens Touareg ging ins slowakische Bratislava – offenbar unerwartet: Damals „stand den deutschen Arbeitnehmervertretern tagelang der Mund offen“, heißt es bei VW. Und wie schnell das Management reagieren kann, wenn etwas nicht nach seinen Vorstellungen läuft, haben vor gut einem Jahr die spanischen Seat-Beschäftigten erfahren: Nachdem sie sich geweigert hatten, Sonderschichten zu fahren, ging ein Zehntel der Kapazität für den Seat Ibiza nach Bratislava.

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