Internationalisierung
In Rumänien ist nicht alles Käse

Der bayerische Käsehersteller Hochland hat mit Rumänien ein eher exotisches Land als zweites Standbein für die Produktion auserkoren. Dieser Staat hat dabei weit mehr zu bieten als Dracula und die Karpaten, gerade für Investoren. Auch wenn Hochland einige Hürden überwinden musste – das Wagnis hat sich ausgezahlt.

DÜSSELDORF. Wer an Käse denkt, denkt an die Schweiz, an Frankreich und die Niederlande. Doch auch fernab dieser Märkte sind Milchprodukte heiß begehrt: in Rumänien etwa, wo Familien traditionell eigenen Schafskäse herstellen und auf dem Markt oder sogar am Straßenrand verkaufen.

Kein Wunder, dass der Markt deutsche Käsehersteller lockt. Denn in Deutschland haben die Produzenten wenig Freude: Der Wettbewerb hat sich in den letzten Jahren extrem verschärft, die Molkereien mussten in den letzten fünf Jahren Preisabschläge in Höhe von 15 Prozent verkraften, heißt es beim Milchindustrie-Verband. Zugleich steigen die Verarbeitungskosten.

Glücklich wird in dieser Branche nur, wer sich rechtzeitig Standbeine im Ausland verschafft hat. Wie die Hochland AG aus dem bayerischen Heimenkirch, deren Auslandsanteil am Jahresumsatz von rund 900 Mill. Euro zuletzt bei 50 Prozent lag.

Der Schmelzkäsespezialist drängt verstärkt in Richtung Osteuropa – angetrieben von den guten ersten Erfahrungen auf dem polnischen Markt, wie Hochland-Chef Herbert Summer erläutert. Die Wahl fiel nicht zuletzt auf Rumänien, ein Markt von rund 22 Millionen potenziellen Konsumenten, von denen ein Großteil Leidenschaft für Käse hat.

Hochland verkauft dort neben Schmelzkäse die lokale Spezialität „Cascaval“, ein halbfester, gelber Schnittkäse. „Wir wollten in Rumänien – genau wie in Polen – schon bald die Nummer eins auf dem Markt sein“, gibt Summer die Marschrichtung vor. Seit 1999 beliefert Hochland von zwei Milchwerken in der Region Siebenbürgen aus den gesamten rumänischen Lebensmitteleinzelhandel. Einen Anteil von 20 Prozent am dortigen Käsemarkt hat Hochland bereits ergattert.

Die Expansion kann sich auch für Firmen aus anderen Branchen lohnen. „Es muss nicht immer China oder Asien sein“, sagt Burkhard Schwenker, Chef von Roland Berger Strategy Consultants. „Gerade für den Mittelstand bietet Osteuropa noch immer hervorragende Chancen, sich führend auf einem Wachstumsmarkt zu positionieren.“

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