Internes Strategiepapier
Werftenfusion scheiterte nur knapp

Der Versuch der Schaffung eines deutsch-französischen Marinekonzerns ist gescheiter. Das geht aus einem internen Strategiepapier der staatlichen französischen Militärwerft DCN hervor.

cn PARIS. Die staatliche französische Militärwerft DCN hat mit dem französisch-britischen Rüstungskonzern Thales intensiv an einem Kauf der deutschen U-Bootwerft Howaldtswerke-Deutsche Werft AG (HDW) gearbeitet. Das französische Duo verhandelte sogar mit dem deutschen Stahlkonzern Thyssen- Krupp über eine gemeinsame Übernahme. Das geht aus einem internen Strategiepapier der DCN hervor, das „La Tribune“, die französische Partnerzeitung des Handelsblatts, in ihrer heutigen Ausgabe zitiert.

Der Versuch der Schaffung eines deutsch-französischen Marinekonzerns scheiterte jedoch. „Es wurde deutlich, dass zunächst eine Annäherung im deutschen Rahmen erforderlich war“, ehe an eine europäische Lösung gedacht werden könne, heißt es in dem Papier. Im Mai übernahm Thyssen-Krupp HDW vom US-Investor One Equity Partners (OEP). Vor zwei Wochen hatte DCN-Chef Jean-Marie Poimbœuf im Interview mit dem Handelsblatt für den Herbst eine Zusammenlegung der Marineaktivitäten von Thales und der DCN angekündigt. Die beiden Fusionen gelten als erste Schritte zur Schaffung eines europäischen Marinekonzerns nach dem Vorbild des Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS.

Nach Ansicht der DCN-Strategen böte eine Fusion mit den deutschen Werften „erhebliche Synergien“. Der Weltmarkt für konventionell betriebene U-Boote sei vielversprechender als der für atomgetriebene, wie sie die DCN baut. Zudem ließen sich durch die Schaffung eines „Weltmarktführers“ Entwicklungs- und Produktionskosten senken. DCN bleibe „offen für alle Lösungen“ einer Zusammenarbeit, heißt es weiter. Das schließe auch eine Minderheitsbeteiligung an einem gemeinsamen Unternehmen ein. Bisher hat Frankreich darauf bestanden, bei europäischen Gemeinschaftsunternehmen eine führende Rolle zu spielen.

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