Internet-Kampagne Aktivisten setzen Kopfgeld auf „Panzerfamilie“ aus

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Von einem „Kopfgeld“ kann nicht die Rede sein
„Fahndungsaufruf“ in Berlin.

„Fahndungsaufruf“ in Berlin.

Von einem „Kopfgeld“ oder einem Internetpranger könne aber keinesfalls die Rede sein. „Es ist nicht unser Fehler, wenn die Eigentümer von Krauss-Maffei nicht dazu stehen, dass sie den Großteil ihres Vermögens mit Waffengeschäften erwirtschaftet haben“, verdeutlicht Ruch. Die „Panzerfamilie“ habe sich eine bürgerliche Kulisse aufgebaut. Nun solle sie die gesellschaftliche Verantwortung für ihr Handeln übernehmen.

Die Kampagne wird unter anderem von Rupert Neudeck unterstützt. Auf der ZPS-Page zur Aktion erklärt der Gründer der Hilfsorganisation Cap Anamur: „Das ist ein genialer Versuch. Und wenn ich mitmachen kann, werde ich mittun. Erst mal Glückwunsch zu der Initiative.“

Kurt Braatz, Sprecher von Krauss-Maffei, zeigte sich hingegen entsetzt über die Aktion, die mit einem Diskurs in der demokratischen Gesellschaft nichts mehr zu tun habe. Das, wofür der Konzern haftbar gemacht werden solle, sei absolut legal, erklärte Braatz gegenüber der taz. Die Aktivisten betonten ihrerseits, man wisse, dass der Export von schwerem Kriegsgerät in Deutschland derzeit legal sei „und sogar noch gefördert“ werde. Man mache deshalb auch nicht den Konzern haftbar, sondern seine Eigentümer - „und zwar für andere Delikte.“

In der Tat haben sich deutsche Panzer, U-Boote und elektronische Sicherheitssysteme zu wahren Exportschlagern entwickelt - und das völlig legal. Der Panzer-Deal zwischen Deutschland und Saudi-Arabien ist allerdings höchst umstritten. Noch im vergangenen Jahr hatte er innerhalb der Bundesregierung kontroverse Debatten ausgelöst – unter anderem weil Saudi-Arabien zu den autoritärsten Staaten der Welt gehört. Der Bundessicherheitsrat hatte trotzdem grünes Licht für den Leopard-Export gegeben.

Die Aktionsgruppe „Zentrum für politische Schönheit“ hatte in der Netzwelt unter anderem im Dezember 2011 von sich reden gemacht, als die Deutsche Bank gegen einen von der Initiative gedrehten Web-Film zum Thema Nahrungsmittelspekulation vorgehen wollte. Bekannt wurde die Gruppe nach eigenen Aussagen mit einem Thesen-Anschlag auf den Deutschen Bundestag im Jahr 2009.

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17 Kommentare zu "Internet-Kampagne: Aktivisten setzen Kopfgeld auf „Panzerfamilie“ aus"

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  • PANZERprosa
    Deutsche Kanonen / all' die belohnen /
    die gerne thronen / gar niemand verschonen /
    die herrschen wollen / total aus dem Vollen //
    mit Blutgeld zahlen / ganz ohne Qualen /
    die Panzerlein schicken / um's Menschlein zu drücken //
    aus dem wird gepresst / der Saft für das Fest /
    mit dem sich besaufen / die kaufen und kaufen //
    und die verkaufen eididei / wie z.B. Krauss-Maffei /
    auch Henschel, KUKA, MaK sind froh /
    und Wegmann Technik sowieso /
    dass sich's so hübsch verdienen läßt /
    an dem, was Menschlein gibt den Rest//
    Der Tod, das klingt doch sehr bekannt,
    ist ein Meister aus deutschem Land!
    (Uteplass)
    --

  • Diese "25000Euro" Aktion erinnert doch sehr an die Hatz auf Juden im Dritten Reich! Und die Übernahme von "Patenschaften" für Mitglieder der Eigentümerfamilie von Krauss-Maffei-Wegmann ist die Reaktivierung des Blockwarts in Zeiten des Internets. Aber das sind halt typisch deutsche Eigenschaften, da könnt ihr nix dafür!
    Pfui Teufel!!! Dass Faschismus nie ausstirbt???!!! Und das von Leuten, die für Frieden in der Welt eintreten! Unglaubwürdiger könnt ihr euch nicht machen! Pfui Teufel!!!
    Diese Aktion ist eine mit freiheitlich demokratischen Grundsätzen nicht zu vereinbarende Grenzüberschreitung. Mein Tip: Sofort aus dem Netz nehmen! Besser heute als Morgen.
    Diese Aktion ist aller unterste Schiene und ist bestenfalls mit spätpubertären Provoziergehabe zu erklären.
    Ich bin schockiert, deshalb nochmal: PFUI TEUFEL!
    Edmund Ernst, 83530 Schnaitsee

  • Schade dass der Artikel nicht erläutert warum die Aktivisten gegen Waffen sind. Waffen gegen Notwehr sind doch in Ordnung.
    Aber: das beste Argument gegen Waffenverkäufe ans Ausland ist: Ich würde doch auch nicht meinem potentiellem Taschendieb eine Waffe verkaufen.
    Für mich ist das Landesverrat. Einen potentiellen Gegner mit besten Waffen auszurüsten. Heute kann er noch "Freund" sein, aber morgen?

  • Die Aktion ist schon höchst grenzwertig. Das Böse besiegt man nicht, indem man selber böses tut. Und ja, ich finde es unerträglich, dass die Despoten ihre geliebten deutschen Waffen bekommen. Wer Militäreinsätze im Inland zulässt und/oder andere Länder bedroht und/oder angreift, sollte grundsätzlich ausgeschlossen sein (wobei Deutschland durch den Afghanistaneinsatz eigentlich selbst nichts bekommen dürfte - aber da hätten wir eben auch nicht einmarschieren sollen).

  • Nach wie vor gilt:
    - Der größte Lump im ganzen Land, das ist und bleibt der Denunziant. -
    August Heinrich Hoffmann von Fallersleben
    deutscher Dichter und Philologe (1798 - 1874)

  • Man kann ja von der Aktion halten, was man will, aber: Wer Panzer herstellt oder verkauft, sollte auch den Mut haben und sagen, dass man es gerne tut, weil man ja das Geld so schön findet und überhaupt diese Dinger effektiv töten.
    Und sich nicht -wie diese illustre Familie- von Schöngeistern und Seelenklempnern ein friedliebendes Image geben.
    He was ist so schlimm für die Mitglieder dieser Familie zu sagen:
    "He wir verkaufen Tötungsmaschinen und sind stolz drauf"
    Was ist dabei?

  • @ scharfschuetze-Quatsch. Die paar (schlechten)Panzer an die Saudis loszuwerden ist es fuer die Amis nicht wert.

  • Volksverhetzung ist meines Wissens nach strafbar.
    Peinliche Aktion

  • @ Heiko2012:

    Zu 2: Dann wäre bei uns das Kaiserreich auch normal, da es über Jahrhunderte existierte. Eine Entwicklung zum Besseren scheint nicht in Ihrem Sinn zu sein.

    Zu 3: Aber MIT deutschen Panzern geht die Niederschlagung von Demokratiebewegungen deutlich einfacher von der Hand.

    Zu 4: Sie zeigen den gleichen Fanatismus, nur spiegelverkehrt. Reden ist Silber, Schweigen ist Gold, Schreien ist Müll.

  • Der Emu
    Sorry, aber hier sehe ich einen üblen Aufruf zum Denunziantentum - aber solche Methoden habe in Deutschland ja eine gute und lange Tradition. Früher hatten die angeworbenen Personen in ihren Akten auch einen entsprechenden Titel: IM=informeller Mitarbeiter.
    Hurra, die Stasi lässt grüßen

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