Intersolar
Solarindustrie hat keine Angst vor sinkenden Preisen

Die bremsende Siliziumknappheit dürfte bald beendet sein. Vor allem in Spanien und Italien rechnet die Branche mit starkem Wachstum. Und auch wenn in Deutschland die Förderung weiter gekürzt wurde, geben sich die Firmen auch für den Markt hierzulande optimistisch

MÜNCHEN. „Wir schützen das Klima. Von unserem Dach aus.“ Mit diesem Slogan warben die einstigen Skigrößen Rosi Mittermaier und Christian Neureuther auf der Münchener Solarmesse Intersolar live und auf vielen in schönem Grün gehaltenen Plakaten. Bei einer Pressekonferenz und einem Umweltquiz präsentierten sie sich als neue Werbepartner des japanischen Konzerns Sharp, von dem nach eigener Einschätzung jede vierte weltweit installierte Solarzelle kommt. Sharp bereitet sich auf den erwarteten Wandel des Marktes für Solarstrom vor.

„Derzeit bremst die Siliziumverknappung noch die Produktion, ab 2009 wird sich dies langsam ändern“, sagte Peter Thiele, Leiter des Deutschlandgeschäfts von Sharp. „In den kommenden Jahren wandelt sich der Nachfragemarkt zu einem Angebotsmarkt.“ Deshalb will Sharp die Sympathiewerte der beiden bekannten Sportler nutzen und sich bei den Verbrauchern als Solarmarke einprägen.

Ob die Knappheit des für die Photovoltaik unentbehrlichen Vorproduktes Silizium bald endet und es zu großen Preissenkungen und damit geringeren Margen für die Hersteller kommen wird, war die große Frage auf der Fachmesse Intersolar, die sich nach dem Umzug von Freiburg erstmals in München präsentierte und mit 1 050 Ausstellern sieben Hallen füllte. „Vom zweiten Halbjahr 2009 an wird es ein Überangebot an Silizium geben, und schon vorher werden die Preise fallen“, meint Andreas Hänel, Chef von Phoenix Solar aus Sulzemoos bei München. Das börsennotierte Unternehmen ist als Fachgroßhändler tätig, plant und baut aber auch Photovoltaik-Großkraftwerke. „Das kommende Überangebot wird uns nützen, weil die Preise fallen werden“, sagt Hänel.

Udo Ungeheuer, Vorstandsvorsitzender von Schott, glaubt dagegen, dass die Siliziumknappheit länger dauern wird. „Vor allem wird die Qualität entscheiden“, sagt der Schott-Chef. Das Mainzer Unternehmen ist über ein Joint Venture mit Wacker vom Silizium bis zum fertigen Solarmodul in allen Wertschöpfungsstufen der Solarenergie tätig. Viele Verarbeiter klagen bereits über sehr unterschiedliche Qualitäten des gelieferten Siliziums.

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