Intervention sorgt für internationale Spannungen
Australien stoppt Chinas Rohstoff-Expansion

Die Australische Regierung will verhindern, dass der chinesische Staatskonzern Sinosteel ein australisches Rohstoff-Unternehmen übernimmt. Die Entscheidung gilt als Schlag ins Gesicht der chinesischen Regierung.

PERTH. Die australische Regierung hat dem Einstieg der staatseigenen chinesischen Sinosteel bei der australischen Eisenerzfirma Murchison Metals einen Riegel vorgeschoben. Mindestens 90 Tage lang darf Sinosteel keinen „substanziellen Anteil“ an dem Unternehmen erwerben. In dieser Zeit will die für Fremdinvestitionen zuständige Behörde Foreign Investment Review Board (FIRB) einen Antrag des chinesischen Stahlgiganten eingehend prüfen.

Hintergrund sind rohstoffpolitische Bedenken der Regierung. Denn gelänge Sinosteel die Übernahme von Murchison, würde China mit großer Wahrscheinlichkeit eines der vielversprechendsten Eisenerzgebiete der Welt kontrollieren. Sinosteel bietet bereits 1,3 Mrd. australische Dollar für Midwest, einen anderen aufstrebenden Eisenerzkonzern. Murchison kontrolliert zehn Prozent an Midwest und ist selbst am Kauf des Rivalen interessiert.

China würde nach erfolgreicher Übernahme über die staatseigene Sinosteel auf Jahrzehnte die Versorgung mit hochgradigem Eisenerz sichern. Der Konzern würden zudem vierte Macht in der australischen Stahlindustrie – nach BHP Billiton, Rio Tinto und Fortescue.

Dies will Australien nun offensichtlich verhindern. Die Entscheidung, Sinosteels Einstieg bei Murchison auf Eis zu legen, wird von Beobachtern als Schlag ins Gesicht der chinesischen Regierung gewertet. Australiens Schatzkanzler Wayne Swan hatte bereits vor Monaten klar gemacht, alle Anträge ausländischer Investoren darauf prüfen zu wollen, ob sie „im Interesse des Landes stehen“. Swan ist bei Fremdübernahmen die letzte Instanz, stützt sich aber auf die Empfehlung des FIRB.

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