Interview: Audi-Vertriebsvorstand Ralph Weyler
‚‚Das ist wie zur Goldgräberzeit‘'

Audi-Vertriebsvorstand Ralph Weyler über Goldgräberstimmung in den USA, den Erfolg des Geländewagens Q7 und die Frage, wie ein Audi-Kleinwagen aussehen müsste.
  • 0

Herr Weyler, Sie wollen bis 2015 BMW und Mercedes im Absatz überholen. Wie?

Das ist keine originäre und für sich alleine im Raum stehende Zielsetzung. Das könnte lediglich eines der Resultate sein, wenn wir weiter wachsen wie bisher. Am Schluss kann es aber auch so sein, dass Mercedes wächst, BMW wächst und wir wachsen. Wir haben als Audi vier gleichwertige Ziele: Absatzwachstum, Profitabilität, Kundenorientierung und Arbeitgeberattraktivität, die wir im Zusammenspiel erreichen wollen. Und da sind wir auf einem sehr guten Weg. Wenn wir dabei den einen oder anderen Wettbewerber überholen, ist das schön. Wir verkaufen zum Beispiel in England bereits mehr als die Stuttgarter, sind in Osteuropa Marktführer vor den beiden anderen deutschen Premiumanbietern...

...und in den USA ziemlich weit abgeschlagen.

Dem kann ich nicht widersprechen. Wir haben in den USA noch viel Potenzial, aber dafür sind wir in China weit vorne. Insofern: Wenn unser US-Geschäft vor ein paar Jahren nicht gebremst worden wäre - damals sind wir von 80 000 auf 12 000 verkaufte Einheiten gefallen, während die beiden anderen von 80 000 auf 160 000 gestiegen sind -, dann gäbe es keinen Grund, warum wir heute nicht auf Augenhöhe sein sollten.

Wer hat Sie denn gebremst? Und wie wollen Sie den Rückstand auf dem wichtigsten Automarkt der Welt aufholen?

Es war vor vielen Jahren die Qualität, was sich im Image dann negativ ausgewirkt hat. Ein entscheidender Grund ist heute noch das Händlernetz. Das muss wesentlich leistungsfähiger werden. Wir hatten an vielen Orten Situationen, die wir aus Europa nicht mehr kennen, zum Beispiel Händlerbetriebe, die unserem hiesigen Anspruch in Sachen Schauräume, Auftreten und Servicequalität nicht entsprachen. Aber das akzeptieren wir jetzt nicht mehr, sondern wir motivieren die Händler, in die Marke Audi zu investieren.

Und wenn die nicht wollen?

Da wir nach amerikanischem Recht praktisch keinem Händler kündigen können, müssen wir dem einen oder anderen sein Franchise abkaufen. Das ist wie zur Goldgräberzeit, als jeder seinen Claim abgesteckt hat und wenn diesen jemand haben wollte, musste er ihn halt kaufen.

Seite 1:

‚‚Das ist wie zur Goldgräberzeit‘'

Seite 2:

Seite 3:

Kommentare zu " Interview: Audi-Vertriebsvorstand Ralph Weyler: ‚‚Das ist wie zur Goldgräberzeit‘'"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%