Interview in der FAZ
Siemens zeigt offenbar Herz für Mitarbeiter der Handysparte

Siemens hat nach Gewerkschaftsangaben den Mitarbeitern der Handysparte eine Absicherung angeboten.

HB FRANKFURT. Der Konzern sei bereit, Mitarbeitern, die nach der Übergabe des Mobiltelefongeschäfts an Benq ihren Arbeitsplatz verlieren sollten, eine andere Beschäftigung anzubieten, sagte der Leiter der Tarifpolitik der IG Metall, Oliver Burkhard, der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ, Freitagausgabe).

Der Konzern habe zwei Modelle für eine solche Vorsorge vorgestellt, sagte Burkhard. In Fall eins gehe es um eine Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft unter dem Dach des neuen Eigentümers Benq, die von Siemens finanziert und organisiert werde. Das zweite Modell sehe vor, daß Beschäftigte im Fall einer Kündigung von Benq einen anderen Arbeitsplatz im Siemens-Konzern in der Region Niederrhein erhielten.

Ein Siemens-Sprecher bestätigte der Zeitung, es gebe Gespräche mit dem Betriebsrat und der IG Metall, aber noch keine Verhandlungen oder gar Entscheidungen. Nach Ansicht des Gewerkschafters Burkhard ist eine Entscheidung darüber, dass Siemens ein Sicherheitsnetz für die Beschäftigten spannt, aber schon gefallen. Die Einzelheiten seien noch Verhandlungssache.

Für die mehr als 2000 Beschäftigten des Handywerks in Kamp- Lintfort gilt derzeit noch eine Beschäftigungsgarantie bis Mitte 2006. Im Gegenzug haben die Arbeitnehmer unter anderem längere Arbeitszeiten ohne Lohnausgleich hingenommen. In den Gesprächen mit Betriebsrat und IG Metall gehe es um die Zukunft der Arbeitsplätze nach dem Juni 2006, sagte der Konzernsprecher. Die Zukunftsfähigkeit des Werks müsse auch über diesen Zeitpunkt hinaus sichergestellt werden.

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