Interview mit Bernd Pischetsrieder
VW-Chef: „Wir müssen unsere Produktion im Dollarraum stärken“

VW-Konzernchef Bernd Pischetsrieder spricht über den Standort Deutschland, über Währungen, Autos der Zukunft und den Umbau des Unternehmens.

Herr Pischetsrieder, beim VW-Tarifabschluss lautete die Formel: sichere Arbeitsplätze gegen Verzicht auf Besitzstände. Ist das die Medizin für Deutschland?

Pischetsrieder: Eine Medizin allein reicht nicht, um Entwicklungen eines halben Jahrhunderts innerhalb von fünf Jahren zu korrigieren. Das geht aus praktischen und emotionalen Gründen nicht. Es kann auch keine Maxime sein, Deutschland an das Lohnniveau der Slowakei oder Polens anzupassen. Das Land wäre nach einem solchen Prozess nicht mehr das Land unserer Kunden. Man muss den Menschen auch in schwierigen Zeiten Respekt entgegenbringen, darf ihnen nicht die Würde und das Selbstwertgefühl nehmen. Die Holzhammer-Kommunikation von Teilen der Arbeitgeberseite finde ich außerordentlich unglücklich.

Was sind für Sie die größten Herausforderungen im Jahr 2005?

Pischetsrieder: Wir werden zwanzig neue Modelle auf den Markt bringen. Wenn wir das gut hinter uns bringen und die erhoffte Akzeptanz am Markt erzielen, wird es ein gutes Jahr.

Und dann können Sie auch die Gewinnwende schaffen?

Pischetsrieder: Für eine Prognose ist es noch zu früh. Aber es wird angesichts der Umfeldbedingungen nicht einfach.

Was ist Ihre größte Sorge?

Pischetsrieder: Was allen exportorientierten Konzernen die meisten Sorgen macht, ist die Dollarschwäche. Der Einfluss geht weit über das USA-Geschäft hinaus. So hängen beispielsweise alle Ergebnisse, die wir in China erzielen, auch vom Dollar ab. Das macht mir mehr Sorgen als das Konsumklima in Deutschland.

Welche Konsequenzen ziehen Sie daraus?

Pischetsrieder: Langfristig müssen wir unbedingt unser Natural Hedging stärken. Ein Anfang ist beispielsweise, den Bora auch für Europa in Mexiko zu bauen oder den Fox aus Brasilien nach Europa zu bringen.

Das bedeutet: Sie stärken Ihre Produktion im Dollarraum zu Lasten des Euro-Raums?

Pischetsrieder: Wir werden den beschriebenen Weg weitergehen. Es rechnet sich jedoch nicht, eine vorhandene Produktion zu verlagern, egal, wie hoch der Dollarkurs ist. Aber im Rahmen der langfristigen Planungen für neue Modelle werden wir darauf achten, die Standorte Mexiko oder Brasilien zu stärken.

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