Interview mit Finanzchef Bodo Uebber
Interview mit Finanzvorstand: „Feindliche Übernahme ist für uns kein Thema“

Bodo Uebber ist seit knapp einem Jahr Vorstandsmitglied bei Daimler-Chrysler und in dieser Funktion verantwortlich für das Ressort Finanzen, Controlling und Financial Services. Das Handelsblatt sprach mit ihm über die Sanierung des deutsch-amerikanischen Autobauers.

Sehen Sie eine mögliche Insolvenz von GM als Bedrohung?

Das beste für uns sind gesunde Konkurrenten. Denn ein angeschlagener Wettbewerber handelt möglicherweise nicht immer rational, was beispielsweise Rabatte und Incentives vor allem in den USA angeht.

Wie sind Ihre Erwartungen für Chrysler?

Ich bin zuversichtlich, dass Chrysler auf Kurs bleibt. Unsere Strategie bei Chrysler ist langfristig angelegt und beruht auf hervorragenden Produkten, Innovationen und Kostendisziplin. Es gibt aber keinen Grund, sich auszuruhen. Die Kosten stehen bei uns immer auf dem Prüfstand. Auch in den kommenden Jahren muss Chrysler weitere Einsparungen realisieren, um unser Ziel zu erreichen, 2007 bei Qualität und Effizienz weltweit führend zu sein.

Wie sieht Ihr Hedging für 2006 aus?

Dazu möchte ich mich erst im Februar 2006 äußern. Wir haben ein rollierendes Drei-Stufen-Modell über drei Jahre, mit dem wir flexibel auf Opportunitäten im Markt reagieren können. Mit Hedging kann das Finanzressort dem Unternehmen jedoch nur einen Zeitgewinn verschaffen. Auf Dauer muss die Kostenposition so sein, dass unsere Produkte auch bei schwachem Dollar konkurrenzfähig sind.

Der geplante Stellenabbau bei der Mercedes-Gruppe könnte Daimler sogar mehr als 950 Mill. Euro kosten, heißt es im Arbeitnehmerlager. Stimmt das?

Wir sind davon überzeugt, dass der von uns genannte Betrag von 950 Mill. Euro realistisch ist.

Wie viele Beschäftigte werden denn nach Ihrer Einschätzung noch dieses Jahr die Abfindungsvereinbarung annehmen und damit das höhere Angebot, den sogenannten Turbo, wahrnehmen?

Wir glauben, dass ein Großteil der anvisierten Zahl von 8500 Beschäftigten noch im Laufe dieses Jahr einwilligen wird, freiwillig aus dem Unternehmen auszuscheiden.

Können es auch noch mehr als 8500 werden?

Nein. Die Zahl steht. Ein Stellenabbau von 8500 ist vereinbart - und das gilt.

Und was machen Sie, wenn die Zahl nicht zustande kommt?

Die nächste Stufe wäre dann, wie im Beschäftigungspakt "Zukunftssicherung 2012" mit den Arbeitnehmervertretern vereinbart, die Arbeitszeit zu reduzieren - und zwar ohne Lohnausgleich.

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