Interview mit FMC-Chef Lipps
„Es regt sich heftiger Widerstand der Ärzte“

Ben Lipps steht dem Dialyse-Spezialisten Fresenius Medical Care, kurz FMC, vor. Im Interview mit dem Handelsblatt spricht er über das boomende Geschäft mit der Krankheit, widerspenstige Ärzte und die Auswirkungen der US-Wahl aufs Geschäft.

Herr Lipps, 2006 war ein Rekordjahr für Fresenius Medical Care. Dennoch haben Sie für die nächsten drei Jahre einen weiteren Zuwachs von fast 40 Prozent versprochen. Wie soll das funktionieren?

Wir sehen große Chancen in Asien und Europa. Anfang des Jahres hat uns die Mehrheitsbeteiligung an dem Dialysedienstleister Jiate Excelsior in Taiwan zum Marktführer in Asien gemacht. Dieser Markt ist für uns zweifacher Hinsicht hochinteressant. Einerseits natürlich wegen der rasanten wirtschaftlichen Entwicklung Chinas, die alle Unternehmen in die Region lockt. Andererseits, weil chronisches Nierenversagen in Asien besonders häufig vorkommt. Taiwan ist nach Japan das Land mit der höchsten Prävalenzrate, unsere Produkte und Dienstleistungen werden dort also besonders dringend benötigt.

Woran liegt das?

Viele Asiaten haben weniger Schweißdrüsen als Europäer und Afrikaner. Da ihr Körper sich auf diesem Wege nicht so gut entgiften kann, werden die Nieren im Lauf des Lebens extrem belastet.

Welche Ziele haben Sie sich für Asien gesetzt?

Schon heute werden in Asien bereits mehr Patienten behandelt als in den USA. Im vergangenen Jahr kamen dort mehr als eine halbe Millionen Menschen regelmäßig zur Blutwäsche in Kliniken. Bis 2010 soll die Zahl um ein Drittel steigen. Wir sind in diesem Markt schon heute Nummer eins und werden unsere Marktführung weiter ausbauen.

Wo produzieren Sie für den asiatischen Markt?

Im Moment wird der gesamte Markt von unserem Werk in Japan aus beliefert. Angesichts der Wachstumsaussichten der Region denken wir aber intensiv darüber nach, eine neue Produktionsstätte in China zu errichten. Dort wurden im vergangenen Jahr bereits mehr als 200 000 Patienten mit unseren Produkten behandelt und jedes Jahr kommen zehn Prozent dazu. Die Entscheidung wird voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte fallen.

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